Eurotunnel: Einigung mit Gläubigern zielt auf Schuldenerlass von 54 Prozent

Die vorläufige Einigung zwischen Eurotunnel und seinen wichtigsten Gläubigern zielt auf einen umfangreichen Schuldenerlass für den Ärmelkanal-Tunnelbetreiber, teilte Eurotunnel am Mittwoch in Paris mit. Dem Unternehmen würden 54 Prozent seiner Verbindlichkeiten gestrichen. Der Schuldenberg verringere sich damit von 6,18 auf 2,9 Milliarden britische Pfund (4,2 Mrd Euro).


Umschuldung
Das US-Investmenthaus Goldman Sachs sowie die britische Bank Barclays und die australische Macquarie Bank wollen die Umschuldung laut Eurotunnel-Chef Jacques Gounon vollständig tragen. Die Eurotunnel-Pressekonferenz in Paris war kurzfristig angesetzt worden, nachdem die Presse über eine geplante Initiative der Citigroup berichtet hatte. Der «Financial Times» zufolge wollte die US-Bank Kredite in Höhe von 3,5 Milliarden Pfund übernehmen. Gleichzeitig sollten die Aktionäre die Kontrolle über Eurotunnel behalten.


Vorvereinbarung mit Gläubigern
Vor einer Woche hatte Eurotunnel mit seinen grössten Gläubigern eine verbindliche Vorvereinbarung unterzeichnet. Mit den übrigen Gläubigern wurden die Gespräche fortgesetzt. Das Gesamtpaket soll den Aktionären auf einer Hauptversammlung präsentiert werden, deren Verschiebung vom 30. Juni auf den 12. Juli angestrebt wird. Im Zuge der Verhandlungen hatten die Kreditgeber jüngst zum dritten Mal in Folge dem Aussetzen der Zahlungsverpflichtungen zugestimmt. Die Frist für dieses Moratorium läuft am 12. Juli ab.


Sanierungsprogramm
Wenn die Eurotunnel-Aktionäre dem Abkommen dann Mitte Juli zustimmen, will die Gesellschaft im vierten Quartal ein Sanierungsprogramm auflegen. Andernfalls müsse Eurotunnel Insolvenz anmelden, sagte Gounon. Die Aktie ist vom Handel ausgesetzt, bis Eurotunnel die verschobene Veröffentlichung seiner Geschäftszahlen 2005 nachholt.


Umsatzrückgang
2004 war der Fehlbetrag von 1,89 Milliarden auf 810 Millionen Euro gesunken. Der Umsatz hatte von 821 auf 789 Millionen Euro nachgegeben. 2005 soll der Umsatz stagniert haben. Für 2006 werden 793 Millionen Euro anvisiert. Die operative Marge soll um vier Punkte auf 55 Prozent des Umsatzes oder 438 Millionen Euro erhöht werden. (awp/mc/gh)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.