Ex-Fondsmanager von Bear Stearns nicht schuldig

Der spektakuläre Zusammenbruch der beiden Fonds im Sommer 2007 gilt als eines der Alarmsignale am Beginn der Finanzkrise. Bear Stearns musste später notverkauft werden.


Jury weist alle Vorwürfe zurück
Die beiden Manager hatten vor allem in extrem wacklige Hauskredite mit so gut wie keinen Sicherheiten investiert. Diese hochriskanten «subprime»-Papiere waren Auslöser der Finanzkrise, die später zur weltweiten Rezession führte. Cioffi (53) und Tannin (48) war vorgeworfen worden, ihren Kunden die Probleme ihrer Fonds bewusst verschwiegen zu haben. Das Gericht urteilte dagegen am Dienstag, die zwei Familienväter hätten sich ihren Investoren gegenüber nichts zuschulden kommen lassen. Die zwölfköpfige Jury wies alle Vorwürfe zurück – von Betrug über Verschwörung bis hin zu Insider-Handel.


Zu rosiges Bild gemalt
Die Manager hatten laut Staatsanwaltschaft trotz Wertverlusten ihrer Fonds ein viel zu rosiges Bild der Lage gemalt. Coffi habe zudem noch rechtzeitig Millionenbeträge aus einem Fonds abgezogen. Hunderte Anleger seien um rund 1,5 Milliarden Dollar (1,0 Mrd Euro) geschädigt worden. Die Investoren waren allerdings keine Kleinanleger, sondern vermögende private und institutionelle Kunden.


Verteidiger: Manager selbst Opfer der Krise
In dem dreiwöchigen Prozess hatte sich die Staatsanwaltschaft auch auf E-Mails der Angeklagten gestützt. So hatte Tannin geschrieben, er könne nicht mehr schlafen und nehme Antidepressiva aus Angst, die Fonds könnten platzen. Die Verteidiger argumentierten dagegen, die Manager seien selbst Opfer der Krise. «Ich bin glücklich», sagte Cioffi nach dem Urteil. Ihr früherer Arbeitgeber war 2008 in einer Rettungsaktion vom Finanzkonzern JPMorgan für einen Schnäppchenpreis aufgekauft worden. (awp/mc/ps/37)

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