EZB: Aufwärtsrisiken für Preisstabilität «eindeutig bestätigt»

Die EZB stehe bereit, um diesen Aufwärtsrisiken entgegenzuwirken, heisst es in dem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht der Notenbank für November. Zugleich habe allerdings die anhaltende Neubewertung von Risiken an den Finanzmärkten zu einer erhöhten Unsicherheit geführt. Daher sei die Prüfung weiterer Konjunkturdaten erforderlich, bevor Schlüsse für die künftige Geldpolitik gefällt werden könnten.


Entwicklungen «sehr genau» beobachten
Die Notenbank werde alle Entwicklungen «sehr genau» beobachten, heisst es in dem Bericht weiter. In der Eurozone hatte die Inflationsrate im Oktober und September mit 2,6 beziehungsweise 2,1 Prozent über dem Zielbereich der Notenbank von knapp unter zwei Prozent gelegen. Dieser starke Anstieg sei «besonders besorgniserregend», schreibt die EZB. Gleichwohl sei der Anstieg auch auf Basiseffekte zurückzuführen, da die Ölpreise im Vorjahr merklich zurückgegangen seien. Damit wiederholte die EZB Äusserungen ihres Präsidenten Jean-Claude Trichet nach der letzten Zinsentscheidung Anfang November, als die EZB den Euroraum-Leitzins erneut unverändert bei 4,00 Prozent belassen hatte.


Wachstum 2008 in der Nähe der Potenzialrate
Mit Blick auf die Konjunkturaussichten zeigt sich die Notenbank weiterhin optimistisch, wenngleich die Risiken abwärtsgerichtet seien. So deuteten die Frühindikatoren zum Verbraucher- und Unternehmensvertrauen auf eine anhaltend nachhaltiges Wachstum hin. Allerdings hätten sich die Kennzahlen wegen der Finanzmarktturbulenzen etwas eingetrübt. Auch die Fundamentaldaten der Eurozone seien weiter robust. Im Jahr 2008 werde die Euroraum-Wirtschaft vermutlich in der Nähe ihrer Potenzialrate wachsen.


Abwärtsrisiken für das Wachstum
Abwärtsrisiken für das Wachstum seien vor allem Auswirkungen der Marktturbulenzen, weitere Preissteigerungen bei Öl und anderen Rohstoffen, protektionistischen Bestrebungen und globale Ungleichgewichte. Für die Teuerung sieht die EZB Aufwärtsrisiken vor allem in weiter steigenden Rohstoffpreisen sowie höhere Steuern und Abgaben. Zudem verweist die Notenbank auf die Gefahr von Kapazitätsengpässen und hohen Lohnsteigerungen infolge der robusten Arbeitsmarktsituation. (awp/mc/gh)

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