Fiat-Chef hält an Chrysler fest

Fiat kann den Deal platzen lassen, wenn er bis zum 15. Juni nicht rechtlich sicher ist. Das wäre höchstwahrscheinlich das Ende für Chrysler und zehntausende Arbeitsplätze, da kein anderer Investor für den maroden US-Autobauer in Sicht ist.


«Geduldig sein und abwarten»
Marchionne warte die Entwicklung ab, und Fiat sei entschlossen, dafür auch über die gesetzte Frist des 15. Juni zu gehen, betonte Fiat. «Wir werden von dieser Vereinbarung niemals Abstand nehmen, wir werden geduldig sein und abwarten», hatte Marchionne erklärt. Das Gericht hatte den Verkauf zunächst «bis auf weitere Anordnung» ausgesetzt. Die Turiner Zeitung «La Stampa» meinte, die definitive Entscheidung könne noch am Dienstag fallen.


Gläubiger wehren sich 
Die Gläubiger – drei Rentenfonds aus dem Bundesstaat Indiana – wehren sich dagegen dass ihre Forderungen nach bisherigen Planungen weitgehend verfallen sollen. Chrysler steht bei den Pensionsfonds mit 42 Millionen Dollar in der Kreide. Ihre tatsächlichen Ausfälle wären aber viel geringer. Laut Gerichtsunterlagen, die Chrysler vorlegte, kauften die Fonds die Schuldscheine im vergangenen Jahr mit einem starken Abschlag für 17 Millionen Dollar. Nach dem bisherigen Plan würden sie immerhin 12,2 Millionen Dollar bekommen. So könnte am Ende der Streit um einen Verlust von nur fünf Millionen Dollar Chrysler ins Grab bringen.


Die Rentenfonds unterlagen in den vergangenen Tagen bereits vor dem Insolvenzrichter und vor dem Berufungsgericht. Daraufhin zogen sie vor das Oberste US-Gericht. Die Obersten Richter trafen noch keine Entscheidung zu den Forderungen der Gläubiger, sondern setzten lediglich den Abschluss des Fiat-Geschäfts aus.


Rückschlag für Regierungspläne
Die Entscheidung des Gerichts kam eher überraschend. Noch kurz zuvor hatte die US-Regierung am Montag die Richter aufgerufen, das Verfahren nicht zu blockieren und vor «schweren Konsequenzen» gewarnt. Auch Chrysler hatte vor einer weiteren Verzögerung gewarnt. Die Entscheidung gilt auch als Rückschlag für Präsident Barack Obamas Vorhaben, Chrysler im Blitzverfahren aus der Insolvenz zu führen. Bisherigen Plänen zufolge soll Fiat soll zunächst 20 Prozent an Chrysler übernehmen. Zudem erhalten die Italiener Optionen auf eine spätere Mehrheit. Chrysler hofft, durch Fiat den Markt für kleinere, benzinsparende Autos zu erobern. Chrysler hat 38.000 Beschäftigte in den USA und 54.000 weltweit. (awp/mc/pg/33)

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