Finma: «UBS braucht kein neues Geld vom Staat»

Dies sagte Haltiner in einem Interview mit der Handelszeitung vom 11.03. Zu den personellen Veränderungen bei der UBS sagte der Finma-Chef, die Massnahmen seien ein weiterer Schritt zur Stabilisierung. Die Ernennungen von Oswald Grübel und Kaspar Villiger erhöhten das Vertrauen in die Bank. Die Rochade in den VR-Präsidien von CS und Swiss Re wollte Haltiner nicht kommentieren. Die Finma sei im Vorfeld informiert gewesen, hiess es lediglich.


Banken leiben operativ stark unter Druck
Auch in Zukunft seien die Banken mit sinkenden Erträgen konfrontiert, so Haltiner weiter. «Je länger die Baisse anhält, desto mehr belasten sie die Erträge der Banken. Operativ bleiben die Banken stark unter Druck.» Weiteren Regulierungsbedarf gebe nach der Verschärfung der Eigenkapitalvorschriften für die Grossbanken und dem geplanten Rundschreiben zu den Entschädigungssystemen vorerst nicht. «Wir müssen aber prüfen, wie sich die Abhängigkeit von den globalen Grossinstituten UBS und CS für die Schweiz reduzieren lässt», hiess es.


Haltiner fordert 50 zusätzliche Mitarbeiter
Haltiner fordert 50 zusätzliche Mitarbeiter für seine Behörde. Die Finma bedürfe einer organisatorischen Überprüfung. Auch die Führungsstruktur müsse hinterfragt werden, sagte er in einem Interview mit der «Handelszeitung» (Ausgabe vom 11.03.2009). Haltiner denkt dabei an eine Lösung, die mit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) vergleichbar ist: «Statt eines Verwaltungsrates, der Geschäfte von grosser Tragweite zu entscheiden sowie Behördenverordnungen und Rundschreiben zu erlassen hat, könnte ein Direktorium eingesetzt werden, das vollumfänglich für das operative Geschäft zuständig wäre.»


«Rücktritt ist für mich kein Thema»
Dadurch hätte der Verwaltungsrat laut Haltiner eine andere Aufgabe. «Er wäre lediglich noch Kontrollorgan und könnte anders zusammengesetzt werden.» Haltiner selbst trete erst zurück, wenn der Bundesrat ihm das Vertrauen entziehe. «Rücktritt ist für mich kein Thema,» sagte er.


«Finma-Start nicht misglückt»
Aus Haltiners Sicht ist der Start der Finma nicht missglückt. Die heiklen Dossiers, die jetzt zu Kritik führten, seien ein Erbe von der ehemaligen Eidg. Bankenkommission (EBK). «Aus meiner Sicht macht die Finma in einer sehr schwierigen Zeit eine sehr gute Arbeit», sagte Haltiner weiter. Trotzdem: «Wir stossen mit unseren jetzigen Milizstrukturen an die Grenzen des Zumutbaren.» Die Behörde könne ihre Aufgaben mit dem derzeitigen Mitarbeiterbestand nur schwer erfüllen. «Wochenendeinsätze sind heute die Regel. Jetzt braucht es eine Verstärkung», sagte Haltiner.


Ernennung Grübels und Villigers in Kompetenz des UBS-VR
Der Finma-Präsident äusserte sich auch zu den Gesetzesverletzungen der UBS in den USA. Die Ernennungen von Oswald Grübel zum Konzernchef und Kaspar Villiger zum Verwaltungsratspräsidenten seien vollumfänglich in der Verantwortung des UBS-Verwaltungsrats gelegen. «Die Ergebnisse unserer Untersuchungen gaben keinen Anlass für einen Gewährsentzug.» (awp/mc/ps/01)

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