Gazprom bei Übernahme von VNG-Beteiligung kurz vor dem Ziel

Auf der Tagesordnung steht lediglich die Zustimmung zur Übertragung der von einer GDF-Tochter gehaltenen Namensaktien. Beide Seiten hätten sich geeinigt, berichtete das «Handelsblatt» (Dienstag) unter Berufung auf Unternehmenskreise. Die Zustimmung der Hauptversammlung sei reine Formsache.


Sperrminorität in Reichweite
Für den Gasriesen Gazprom hat der Kauf grosse strategische Bedeutung. Zwar erhöht sich die Beteiligung an VNG durch die GDF-Aktien lediglich um gut 5 auf 10,52 Prozent, zusammen mit den 15,79-prozentigen Anteil seines Partner BASF Wintershall könnten die Russen aber auf eine Sperrminorität beim drittgrössten deutschen Gasimporteur kommen. An Deutschlands Nummer zwei, der Kasseler Wingas, hält Gazprom, 50 Prozent minus eine Aktie, den Rest hat Wintershall.


Monatelange Verhandlungen
VNG importiert Gas aus Russland und Norwegen und verkauft es an Stadtwerke und Industriekunden. 2008 setzte das Leipziger Unternehmen 5,5 Milliarden Euro um. Über den Preis für die Übernahme der Anteile wurde zunächst nichts bekannt. Die Verhandlungen dauerten seit Monaten an. Im Gespräch war auch, dass GDF Suez im Gegenzug an der Ostseepipeline beteiligt werden könnte. Am Betreiberkonsortium hält Gazprom bislang 51 Prozent der Anteile. Je 20 Prozent besitzen Wintershall und Eon Ruhrgas. Die niederländische Gasunie ist zu 9 Prozent beteiligt. (awp/mc/ps/02)

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