Givaudan-Umsatz im 1. Quartal unter Erwartungen

Die Verkäufe gingen in der Berichtsperiode um 7,3% auf 976,1 Mio CHF (AWP-Konsens 1’010 Mio) zurück. In Lokalwährungen (LW) war das Minus 2,6%. Diese Entwicklung lasse sich hauptsächlich auf den starken Lagerabbau entlang der gesamten Lieferkette zurückführen, der im vierten Quartal 2008 begonnen habe, teilte der Genfer Aromen- und Riechstoffhersteller am Freitag mit.


Luxusparfums werden in der Krise nicht gekauft
Der Umsatz im Bereich Riechstoffe sank um 10,4% auf 438,4 Mio CHF (-5,4% in LW). Vor allem der Bereich Luxusparfümerie sei in Europa und Nordamerika stark zurückgegangen, heisst es. Grund dafür sei der Abbau hoher Lagerbestände entlang der gesamten Lieferkette infolge äusserst schwachem Weihnachtsgeschäft und auch geringer Nachfrage der Konsumenten im ersten Quartal 2009. Das mangelnde Konsumentenvertrauen und die gesunkene Reiseaktivität dürften den Umsatz im Luxusparfümeriegeschäft 2009 weiterhin beeinträchtigen.


Flache Umsatzentwicklung im Konsumgüterbereich
Der Geschäftsbereich Konsumgüter verzeichnete den Angaben zufolge gegenüber starken Vergleichszahlen der Vorjahresperiode eine flache Umsatzentwicklung. Die Verkäufe mit Riechstoff-Ingredienzien hätten sich infolge der aktuellen Wirtschaftssituation und des damit verbundenen Abbaus von Lagerbeständen stark verringert.


Division Aromen: Entwicklung durch Lagerabbau geprägt
In der Division Aromen ging der Umsatz um 4,6% zurück auf 537,7 (563,7) Mio CHF (-0,3% in LW). Auch hier war laut Givaudan die Entwicklung stark durch den Abbau von Lagerbeständen beeinträchtigt, insbesondere in den reifen Märkten. Diese negative Entwicklung sei aber kompensiert worden durch das starke Wachstum in den Emerging Markets sowie durch «zahlreiche neue Geschäftsabschlüsse».


Vorsichtig optimistischer Ausblick
Für den weiteren Geschäftsverlauf gibt sich Givaudan vorsichtig optimistisch und hofft, dass der Lagerabbau «demnächst» vorbei sein wird. «Irgendwann sind die Lager der Firmen oder die Schränke der Konsumenten leer», sagte Givaudan-Sprecher Peter Wullschleger zu AWP. Das Management ist denn auch zuversichtlich, dass der Konzern im Jahr 2009 über dem Gesamtmarkt wachsen wird, auch wenn es schwierig bleibe, das Marktwachstum überhaupt genau vorherzusagen.


Anpassung der Kostenbasis
Givaudan wird die Kostenbasis aber der gesunkenen Nachfrage anpassen müssen. «Wir machen uns sicher Gedanken dazu. Zum Teil haben wir schon Massnahmen getroffen», sagte Wullschleger. Givaudan habe aber den Vorteil, dass man sich in einer Integrationsphase (Quest) befinde und daher bereits Pläne in der Schublade habe. Givaudan wolle aber auch nichts überstürzen und qualifizierte Leute entlassen, nur weil die Wirtschaft derzeit nicht gut laufe.


Konzentration auf Wachstumsinitiativen
Auch für die weitere Zukunft bleibt der Konzern optimistisch und geht davon aus, dass das angekündigte Einsparungsziel von 200 Mio CHF bis 2010 erreicht wird und somit auch die angestrebte EBITDA-Marge von 22,7% von vor der Akquisition bis 2010 realisiert werden kann. Man konzentriere sich im schwierigen Umfeld weiter auf die Wachstumsinitiativen, um den Marktanteil in Entwicklungsmärkten und wichtigen Marktsegmenten in den nächsten fünf Jahren zu steigern.


Aktie über 10 Prozent im Plus
Die Givaudan-Aktie reagiert mit einem Höhenflug auf die heutigen News. Um 14.15 Uhr steht das Papier in einem schwachen Gesamtmarkt 13,4% höher bei 661,50 (aktuelles Tageshoch 668,50 CHF). Dass die Konsensschätzungen verfehlt worden seien, überrasche kaum, hiess es. Eher überraschend sei dagegen, dass das EBITDA-Ziel bestätigt worden sei. Dies und die Tatsache, dass der Titel bisher zu den grössten Verlierern 2009 gehöre, dürften zu Deckungskäufen geführt haben. (awp/mc/ps/03)

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