Google und Verizon trommeln für offenes Internet

Diese soll im besten Fall als Grundlage für eine Gesetzgebung in den USA dienen. „Wir sind auf einander angewiesen“, sagte Google-Chef Eric Schmidt am Montag in einer gemeinsamen Telefonkonferenz. Die Telekommunikationskonzerne bräuchten die Inhalte, die Internetkonzerne die Leitungen. Zur Not sollte das Prinzip der Netzneutralität auch mit saftigen Geldstrafen durchgesetzt werden, lautete die Forderung. Allerdings liessen die Konzerne zwei Hintertürchen offen: Zum einen wollen sie „zusätzliche Online-Dienste“ von ihrem Aufruf ausgenommen wissen. „Stellen sie sich vor, die New Yorker Opera wollte alle ihre Aufführungen übers Internet übertragen, in 3D“, sagte Verizon-Chef Ivan Seidenberg. Zum anderen klammerten sie das boomende mobile Internet aus. Die vielen neuen Smartphones überlasten in den USA immer wieder die Netze.


Bevorzugte Behandlung gegen Bares
Bislang übermitteln die Netzanbieter die Datenpakete zwischen allen Internetteilnehmern völlig gleichberechtigt. Die Telekomfirmen beschweren sich aber immer lauter darüber, dass sie ihre Dienste zur Verfügung stellen, ohne von grossen Internetfirmen dafür honoriert zu werden. Dabei stehen Angebote wie das Videoportal der Google-Tochter YouTube im Fokus, weil die übertragenen Datenmengen hier besonders gross sind. In US-Medienberichten war der Eindruck entstanden, Google verhandele mit Verizon über eine bevorzugte Behandlung gegen Bares, damit etwa YouTube-Videos schneller beim Nutzer ankommen – das wäre das Ende der Netzneutralität gewesen. „Es wird keine Bevorzugung von Google-Datenverkehr geben“, versprach Verizon-Chef Seidenberg. „Es wird keine Bevorzugung von irgendeinem Datenverkehr geben.“ (awp/mc/ps/32)

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