Gurit sieht sich nach gutem Start 2008 auf Kurs

Der nach dem Gewinneinbruch im letzten Jahr von der neuen Führungscrew initiierte Massnahmenplan beginne zu greifen. Nur dank Buchgewinnen aus Immobilienverkäufen weist das Toggenburger Unternehmen für 2007 einen Reingewinn von 1,0 Mio CHF aus, nach 18,6 Mio CHF ein Jahr zuvor. Der EBIT fiel mit 3,5 (VJ 27,5) Mio CHF leicht höher aus, als angekündigt. Mitte Januar hatte Gurit ein «ausgeglichenes» operatives Ergebnis versprochen. Der Umsatz lag – ebenfalls bereits kommuniziert – mit 448,8 Mio CHF um 17,7% über dem Vorjahreswert. Die Gurit-Aktionäre bezahlen den drastischen Gewinnrückgang mit einer auf 13% oder auf 6,50 CHF pro Aktie halbierten Dividende.


Optimismus für 2008 und Folgejahre
Die im Vergleich zum Konzerngewinn nach wie vor hohe Ausschüttung begründete CEO Rudolf Hadorn am Montag mit seinem Optimismus für 2008 und die Folgejahre. Der Massnahmenplan soll den EBIT im laufenden Geschäftsjahr 2008 wieder auf 20 Mio CHF und die EBIT-Marge auf rund 4% voranbringen. Der Plan umfasst Massnahmen in den Bereichen Führung und Organisation, Verkauf und Marketing sowie in der Betriebsorganisation. Der Umsatz dürfte 2008 noch eher moderat um 7% bis 10% zulegen. Ab 2009 rechnet Gurit wieder mit Wachstumsraten über 10% und für 2010 mit einer EBIT-Marge zwischen 8 und 10%. «Die von uns getroffenen Massnahmen werden vor allem im zweiten Halbjahr zum Tragen kommen», sagte Hadorn. Er erwarte aber dennoch bereits im ersten Semester 2008 einen positiven EBIT.


«Sehr realistische Guidance»
«Diese Guidance ist sehr, sehr realistisch», entgegnet Hadorn jenen Kritikern, denen der Turnaround zu langsam von Statten geht. Das grösste Verbesserungspotenzial sieht der Firmenlenker selbstredend in der Sparte «Windenergie», die 2007 wegen Anlaufschwierigkeiten der neuen Anlagen das Ergebnis verhagelte.


Neue Anlagen mittlerweile qualifiziert
Die im letzen Jahr neu aufgebauten Prepreg-Anlagen seien mittlerweile qualifiziert, sagte Hadorn. Zudem befinde sich Gurit bei seiner Suche nach einem neuen Spartenleiter auf der Zielgeraden: Er hoffe, dass der neue Spartenchef Anfang August vorgestellt werden könne, so der CEO. Hadorn hat das Zepter bei Gurit selbst erst Anfang November vom erfolglosen Finnen Jouni Heinonen übernommen; Markus Knuesli als neuer Finanzchef komplettierte das neue Management-Team.


Guter Start ins Jahr 2008
Gurit sieht sich aufgrund der finanziellen Entwicklung in den beiden ersten Monaten 2008 «gut auf Kurs», so Hadorn. Die ersten Trends zeigten, dass die getroffenen Massnahmen zu greifen begännen. Sie hätten bereits «erkennbar» zur operativen Stärkung beigetragen. Die Gurit-Aktien tendieren an der SWX nach stärkeren Abgaben bis am frühen Nachmittag wieder leicht in der Gewinnzone (+0,1%). Der Gesamtmarkt (SPI) verliert derweil 0,71%. Analysten betrachten die Titel nach dem Kurseinbruch der letzten Monate als attraktiv bewertet: Das Unternehmen habe das Schlimmste klar hinter sich gelassen – 2008 dürfte ein positives Übergangsjahr werden, heisst es. (awp/mc/ps)

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