Hochtief: ACS treibt Keil zwischen Betriebsrat und Gewerkschaft

Er sei «völlig konsterniert und bestürzt» über die Gespräche, sagte Müller: «Das war so nicht abgesprochen.» ACS und IG Bau hatten am Mittwoch bekannt gegeben, dass sie sich auf eine weitreichende Zusammenarbeit verständigt hätten, wenn Hochtief vom spanischen Konzern übernommen werde. In einer schriftlichen Vereinbarung sicherte ACS zu, zunächst bis 2013 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Dazu garantiert der spanische Konzern Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen. Deshalb habe die IG Bau nun keine Einwände mehr gegen die geplante Übernahme – im Gegensatz zum Betriebsrat und zur Geschäftsführung von Hochtief. Doch nicht nur von diesen kommt der Zeitung zufolge Protest gegen das Vorgehen der Gewerkschaft, auch Investoren kritisierten die Aktion.


ACS-Anteil an Hochtief steigt deutlich an
Der spanische Baukonzern ACS sammelt im Übernahmekampf um Hochtief ein erstes grosses Aktienpaket ein. Am Mittwochabend wurden nach ACS-Angaben rund 350.000 Hochtief-Aktien zum Tausch gegen ACS-Papiere angeboten. Damit steigt der ACS-Anteil an Hochtief auf 27,72 Prozent, wie der Konzern am Donnerstag auf seiner Internetseite mitteilte. Die Spanier wollen bis zum Ende der Angebotsfrist am 29. Dezember die 30 Prozent-Schwelle erreichen.


Unklar von welchem Aktionär die Papiere stammen
Welcher Hochtief-Aktionär das erste grosse Tauschgebot vorgelegt hat, ist unklar. Der US-Aktionär Southeastern hatte vor einer Woche den Tausch von rund zwei Millionen Aktien angekündigt. Ein Sprecher der deutsche Southeastern-Vertretung in Frankfurt sagte am Donnerstag, die Anteile würde über mehrere Tage verteilt und über verschiedene Depots und Banken angeboten. Er könne aber nicht bestätigen, dass die rund 350.000 Anteile, die jetzt von ACS angezeigt wurden, von Southeastern stammen. Eine ACS-Specherin in Frankfurt konnte nach eigenen Worten ebenfalls nicht sagen, von welchem Aktionär die Papiere stammen. Sollte die Tranche von einem weiteren Grossaktionär stammen, könnte sich ACS Hoffnung machen, die 30-Prozent-Hürde zum Angebotsende zu überschreiten. In diesem Fall könnte ACS dann später die Mehrheit anpeilen. Hochtief, das die Übernahme ablehnt, könnte den Anteil des Konkurrenten aber noch über eine weitere, kurzfristige Kapitalerhöhung verwässern. (awp/mc/ss/12)

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