HOCHTIEF beendet 2007 mit Rekordergebnissen

Die Dividende soll auf 1,30 (Vorjahr: 1,10) Euro erhöht werden. Der Umsatz sei um 6,4 Prozent auf 16,45 Milliarden Euro geklettert, teilte die im MDAX gelistete Gesellschaft am Mittwoch in Düsseldorf mit. Damit traf das Unternehmen die Schätzungen der Analysten, die im Schnitt von einem Umsatz in Höhe von 16,4 Milliarden Euro ausgegangen waren. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf den Unternehmenswert (EBITA) wuchs auf 517 (Vorjahr: 327) Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn (EBT) stieg auf 501 (Vorjahr: 338,1) Millionen Euro. Die Branchenexperten waren im Schnitt von einem EBT in Höhe von 485 Millionen Euro ausgegangen. Das Ergebnis je Aktie stieg auf 2,07 (Vorjahr: 1,37) Euro. Der Konzerngewinn erhöhte sich auf 40,7 (Vorjahr: 89,1) Millionen Euro.


Europäisches Baugeschäft mit roten Zahlen
Zu den positiven Ergebnis des Geschäftsjahrs hätten alle Unternehmensbereiche mit Ausnahme des europäischen Baugeschäfts beigetragen, hiess es. Der Verlust bei HOCHTIEF Construction Services Europe habe 2007 149,4 Millionen Euro betragen. Den Konzerngewinn und den Verlust im europäischen Baugeschäft hatte HOCHTIEF bereits im Februar mitgeteilt. Der Auftragseingang betrug in der Berichtsperiode 23,51 (Vorjahr: 20,56) Milliarden Euro und der Auftragsbestand lag bei 29,89 (Vorjahr: 25,13) Milliarden Euro. Die Leistung konnte HOCHTIEF von 16,72 Milliarden Euro im Vorjahr auf 18,77 Milliarden Euro steigern. Damit markierte HOCHTIEF auch bei diesen drei Grössen neue Bestmarken.


Zuversichtlicher Ausblick
Für 2008 peilt HOCHTIEF beim Konzerngewinn und beim Umsatz jeweils einen Wert über dem Vorjahr an. Das Vorsteuerergebnis soll auf dem Niveau von 2007 liegen. Auftragseingang wie auch der Auftragsbestand werden unter dem Vorjahreswerten erwartet. Beim Auftragseingang werde sich unter anderem die erwartete Aufwertung des Euro auswirken.


Neue Konzernstruktur
HOCHTIEF hat seine Konzernstruktur dem veränderten Geschäft angepasst. Aus dem klassischen Bauunternehmen deutscher Prägung sei ein internationaler Baudienstleister geworden, teilte die Gesellschaft weiter mit. Der Konzern decke heute mit seinen vier Modulen Entwicklung, Bau, Dienstleistungen sowie Konzessionen und Betrieb den gesamten Lebenszyklus von Infrastrukturprojekten, Immobilien und Anlagen ab. Diesem Wandel trage nun das Unternehmen Rechnung. Künftig sei HOCHTIEF in folgende sechs Unternehmensbereiche gegliedert: HOCHTIEF Americas, HOCHTIEF Asia Pacific, HOCHTIEF Concessions, HOCHTIEF Europe, HOCHTIEF Real Estate und HOCHTIEF Services.


Eigenständiger Unternehmensbereich HOCHTIEF Services
Im Unternehmensbereich HOCHTIEF Concessions würden die bisher unterschiedlichen Sparten angesiedelten Gesellschaften HOCHTIEF AirPort GmbH und HOCHTIEF PPP Solutions GmbH zusammengeführt. Zum Unternehmensbereich HOCHTIEF Real Estate gehörten die Gesellschaften HOCHTIEF Projektentwicklung, Deutsche Bau- und Siedlungsgesellschaft mbH, HOCHTIEF Property Management GmbH und die aurelis GmbH & Co.KG. Bereits zum Jahresanfang hatte HOCHTIEF die Gesellschaften HOCHTIEF Facility Management GmbH und HOCHTIEF Energy Management GmbH in dem eigenständigen Unternehmensbereich HOCHTIEF Services ausgegliedert.


Weiter kein Übernahmeangebot durch spanische ACS erwartet
HOCHTIEF erwartet weiterhin kein Übernahmeangebot durch den grössten Aktionär Actividades de Construcciones y Servicios (ACS) . ACS habe dem Management mitgeteilt, dass das Unternehmen die Unabhängigkeit von HOCHTIEF weiter respektiere, sagte Unternehmenschef Herbert Lütkestratkötter am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz in Düsseldorf. ACS hatte Ende März 2007 gut 25 Prozent am Essener Baukonzern erworben und hält seit Dezember Derivate über knapp fünf Prozent. Mit dem Anteil und den Derivaten habe ACS nicht die Schwelle von 30 Prozent überschritten, sagte Lütkestratkötter.


Übernahmefantasien
Am Markt waren Übernahmefantasien aufgekommen, nachdem Spaniens grösster Baukonzern ACS Ende Februar seine Bilanzdaten vorgelegt hatte. Neben ACS hatte im vergangenen Jahr auch der Mischkonzern Basic Element des russischen Oligarchen Oleg Deripaska seinen Anteil an Deutschlands grösstem Baukonzern aufgestockt auf 9,99 Prozent. (awp/mc/ps)

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