Huber+Suhner auf Rekordkurs

Entsprechend hat das Unternehmen die langfristigen Ziele für die EBIT-Marge erhöht. Die Erwartungen der Analysten wurden markant übertroffen. Der Umsatz kletterte um 27,8% auf 400,7 Mio CHF und der Bestellungseingang um 42,1% auf 443,6 Mio CHF. Der EBIT erhöhte sich um 154,3% auf 56,4 Mio CHF und die EBIT-Marge verdoppelte sich in etwa auf 14,1%. Der Reingewinn stieg um 125,7% auf 45,1 Mio CHF, wie das in der elektrischen und optischen Verbindungstechnik tätige Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der positive Einfluss des gestiegenen Kupferpreises (+5%) und die negativen Währungseffekte des starken Schweizer Frankens (-2%) hätten sich per Saldo mit +3% auf den Umsatz ausgewirkt. Ohne diese Effekte hätte die Steigerungsrate bei 25% gelegen.


Asien/Pazifik mit Wachstumsrate von über 50%
Geografisch sei die Entwicklung breit abgestützt gewesen, wobei die Region Asien/Pazifik (+51%) die Wachstumsraten in Europa (+18%) und Amerikas (+22%) übertroffen habe. Mit wenigen Ausnahmen hätten alle Ländergesellschaften mehr umgesetzt. Die umsatzstarken Länder China, Deutschland, USA und Schweiz hätten dabei überdurchschnittliche Wachstumsraten erzielt. Grösster Endkundenmarkt ist neu China. Dank der sehr hohen Kapazitätsauslastung, des niedrigen Betriebsaufwandes und der Verschiebung des Portfolios hin zu Produkten mit höherer Marge hätten alle drei Geschäftsbereiche zweistellige EBIT-Margen erzielt. Diese „ausserordentlich positive und zugleich breit abgestützte Entwicklung“ habe denn auch zum höchsten je in einem Semester erzielten Betriebsergebnis geführt.


„Sehr schlanke Kostenbasis“
Für das Gesamtjahr 2010 zeigt sich das Unternehmen grundsätzlich positiv, warnt aber auch vor zu hohen Erwartungen. Bei einem „extremen“ Wachstumsschub und dem neuen Höchstwert der Ertragskraft gelte es verschiedene Faktoren zu berücksichtigen, welche sich in dieser Periode ausserordentlich positiv auf das Ergebnis ausgewirkt hätten, sich jedoch nicht wiederholen liessen. Die Nachfrage sei in den ersten sechs Monaten durch die zuvor sehr vorsichtige Lagerhaltung der Kunden zusätzlich gesteigert worden. Das Kostenmanagement des Vorjahres habe zudem zu einer sehr schlanken Kostenbasis geführt, welche nun aber wieder „zügig den neuen Marktgegebenheiten angepasst werde“. Ausserdem kommen die Saisonalität hinzu, welche bei Huber+Suhner üblicherweise zu etwas tieferen Umsätzen im zweiten Semester führe.


Unsicherheitsfaktor Währungsschwankungen
Ein spezieller Unsicherheitsfaktor seien aktuell die Währungsschwankungen. Nachdem die Entwicklung des Euros und des Dollars in den ersten sechs Monaten gegenläufig gewesen sei und sich teilweise kompensiert habe, habe sich der Schweizer Franken inzwischen gegenüber beiden Währungen aufgewertet. Da rund 40% des Umsatzes in Euro- und rund 30% der Verkäufe in Dollar-gebundenen Märkten erwirtschaftet würden, werde sich dies trotz Hedging auf Umsätze und Margen auswirken. Deshalb wäre es falsch, die Zahlen des ersten Halbjahres für den Ausblick auf das Gesamtjahr 2010 zu extrapolieren.


Langfristiges EBIT-Zielband erhöht
Insgesamt sei man jedoch sehr zuversichtlich, dank der starken Entwicklung in den vergangenen Monaten und der weiterhin positiven Signale aus den Zielmärkten. Für das Gesamtjahr werde mindestens ein Umsatz auf dem Niveau von 2008 (760 Mio CHF) erwartet, womit die Delle von 2009 innerhalb eines Jahres wieder kompensiert worden sei. Im laufenden Jahr werde zudem das beste Betriebsergebnis überhaupt angestrebt. Aufgrund der nun nachhaltig verbesserten Profitabilität in der Niederfrequenztechnik erhöht Huber+Suhner das langfristige EBIT-Zielband über den Zyklus hinweg auf 9 bis 12%. Bisher lag dieses bei 8 bis 10%. (awp/mc/ps/05)

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