Im Jahr 2006 gab es mehr Firmen-Zusammenschlüsse als je zuvor

Vergangenes Jahr wurden 459 Firmenzusammenschlüsse mit Schweizer Beteiligung verzeichnet, wie eine Auflistung der «Handelszeitung» zeigt. Damit wurde das Rekordjahr 1989 mit 422 Deals deutlich übertroffen. 2005 waren 413 Übernahmen, Fusionen und Beteiligungen registriert worden.


Zuger Xstrata mit Rekordübernahme
Zehn Deals mit Schweizer Beteiligung kamen auf ein Volumen von über einer Milliarde Franken. Dazu gehört die Übernahme der kanadischen Bergbaufirma Falconbridge durch die Zuger Xstrata für 25,4 Mrd CHF. Jeweils rund 3 Mrd CHF zahlten die UBS für die brasilianische Banco Pactual und Phonak für den dänischen Hörgeräte-Produzent Resound. Annähernd 3 Mrd CHF liess sich der Riechstoffe- und Aromen-Hersteller Givaudan den Konkurrenten Quest BV kosten.


Der Trend, im Ausland nach geeigneten Übernahmeobjekten zu suchen, verstärkte sich seit dem Jahr 2003 deutlich. Eine Reihe Schweizer Unternehmen wurde gleich mehrfach fündig. Der Warenprüf- und Inspektionskonzern SGS kaufte sieben ausländische Unternehmen, die UBS fünf.


Riesensummen für Serono und Winterthur Versicherungen
Umgekehrt wurden auch Schweizer Unternehmen für viel Geld ins Ausland verkauft. So wurde das Biotechnologie-Unternehmen Serono für rund 16,6 Mrd CHF an die deutsche Merck veräussert. Und der französische Axa-Konzern übernahm die Winterthur Versicherungen für 12,3 Mrd CHF.


Arques auf Einkaufstour
Sehr aktiv in der Schweiz war im vergangenen Jahr gemäss der «Handelszeitung»-Auflistung die deutsche Beteiligungsgesellschaft Arques. Sie kaufte das ums Überleben kämpfende Chemie-Unternehmen Rohner, die Sanitärtechnik-Firma Georg Fischer Schwab sowie die Farbendruck Weber.


Saurer/OC Oerlikon der grösste Schweizer Deal
Die grösste rein schweizerische Übernahme erreichte den Wert von 2 Mrd CHF: der Kauf der Saurer-Gruppe durch die OC Oerlikon, die frühere Unaxis. Wie viel Geld bei rein schweizerischen Fusionen und Übernahmen im Spiel ist, kann allerdings meistens nicht gesagt werden, weil die Parteien darüber Stillschweigen vereinbaren. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.