KOF korrigiert Prognosen für die Schweizer Wirtschaft deutlich nach oben

Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft sei breit abgestützt, sagte KOF-Ökonom Yngve Abrahamsen am Donnerstag bei der Vorstellung der Frühjahrsprognose. Auch das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) hatte vergangenen Woche seine Wachstumsprognose für 2006 von 1,8 auf 2,0% korrigiert.


Abschwächung auf ein Wachstum von 1,9%
Für das Jahr 2007 erwartet die KOF eine Abschwächung auf ein Wachstum von 1,9%. Im Herbst war sie noch von 1,8% für 2007 ausgegangen. Auch ihre Schätzungen für das Wirtschaftswachstum im 2005 hat die KOF um 0,2 Prozentpunkte auf 1,9% heraufgesetzt.


Schwacher Rückgang der Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit dürfte dagegen nur wenig zurückgehen. Nach 3,8% im 2005 soll die Quote im laufenden Jahr auf 3,4% und 2007 auf 2,9% sinken. „Eigentlich ist es erstaunlich, dass das Wachstum nicht zu einer stärkeren Abnahme der Arbeitslosigkeit führt“, meinte KOF-Leiter Jan-Egbert Sturm. Zwar wird das Angebot an Arbeitsplätzen laut KOF dank dem Wirtschaftswachstum steigen, allerdings nicht schnell genug um die Nachfrage der Arbeitssuchenden zu decken. Dies hänge nicht zuletzt von der Einwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland ab. Das bedeute aber nicht, dass die Einwanderer Stelle wegnehmen würden, da die Schweizer Arbeitslosen oft nicht über die gleichen Qualifikationen verfügten, meinte Abrahamsen. Zu beobachten sei eine Verlagerung der Einwanderer zu gut ausgebildeten Leuten.


Wirtschaftswachstum von den Ausrüstungsinvestitionen getragen
Das Schweizer Wirtschaftswachstum wird 2006 und 2007 laut der KOF-Prognose vermehrt von den Ausrüstungsinvestitionen getragen. Die steigende Gesamtnachfrage führe in den kommenden Jahren zu einer Ausweitung der Produktion, nachdem bisher noch Lagerbestände abgebaut wurden. Dagegen dürfte der im letzten Jahr spürbare Impuls von Seiten der Bauinvestitionen abnehmen. Vor allem die Investitionen in den Wohnungsbau dürften ihren Höhepunkt erreicht haben und schon ab dem laufenden Jahr wieder zurückgehen. Träger des Wirtschaftwachstums ist 2006 und 2007 auch der private Konsum mit einer Zunahme von 1,8% pro Jahr. „Wir glauben, dass die Zuversicht der Konsumenten zunimmt“, sagte Abrahamsen. Nach Jahren bescheidener Steigerung soll das verfügbare Einkommen der Haushalte wieder deutlich zunehmen.


Verlangsamung des Exportwachstums
Mit der Abschwächung der Weltwirtschaft soll sich dagegen das Exportwachstum der Schweizer Wirtschaft verlangsamen. Da mit der besseren inländischen Konjunktur die Importe ansteigen, dürften sich die Handelsbilanzüberschüsse verringern.


Weiterführung der Politik der Zinserhöhungen
Von der Nationalbank erwartet die KOF, dass sie ihre Politik der Zinserhöhungen weiterführt: Bis Ende Jahr dürfte der Leitzins jedes Quartal um 0,25 Prozentpunkte erhöht werden. Der Franken dürfte sich gegenüber dem Euro leicht und gegenüber dem Dollar stärker aufwerten. (awp/mc/gh)

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