Krankenkassenprämien dämpfen Einkommenswachstum

Dies teilte das Bundesamt für Statistik am Freitag mit. Dieser Index erfasst die Prämienentwicklung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung und der Zusatzversicherung und vergleicht sie mit dem Wachstum des verfügbaren Einkommens – also des Einkommens nach Abzug von Steuern, Sozial- und Versicherungsabgaben, das für Konsum- oder Sparzwecke verwendet werden kann. 2009 stiegen die Prämien der Grundversicherung um 1,3%, jene der Zusatzversicherungen um 1,8% gegenüber dem Vorjahr.


Monatliche Prämien steigen von 284 auf 288 Franken
Fasst man die Prämienentwicklung von Grund- und Zusatzversicherung zusammen, so ergab sich ein Prämienwachstum 2009 von 1,4% gegenüber dem Vorjahr. Der Krankenversicherungsprämien-Index wuchs 1999 bis 2009 von 100 auf 144,6 Punkte. Laut den Modellschätzungen des BFS stiegen die monatlichen Prämien 2009 im Schnitt von 284 auf 288 Franken. Damit verringerten sie das Wachstum des verfügbaren monatlichen Einkommens 2009 um vier Franken gegegenüber dem Vorjahr. Wären die Prämien stabil geblieben, wäre das verfügbare Durchschnittseinkommen 2008/2009 pro Person und Monat um 44 CHF (oder 1,2%) auf 3’716 CHF gewachsen. Wegen des Prämienwachstums stieg es nur um 40 (oder 1,1%) auf 3’712 CHF. Wären die Prämien stabil geblieben, hätten die Haushalte dieses Geld sparen oder für Konsum ausgeben können.


Unterschiedliches Prämienwachstum
Das Prämienwachstum verlief allerdings sehr unterschiedlich. Bei der allgemeinen Spitalzusatzversicherung stagnierten es, bei der privaten und halbprivaten wuchsen es um 2,2 respektive 2,7%. Bei den Rentnern fiel das Wachstum stärker aus als bei Kindern und junge Erwachsenen. Auch regional gab es grosse Unterschiede. Überdurchschnittlich stark wuchsen die Prämien 2008/09 in Basel Stadt (plus 12,3%, wegen Tarifanpassungen), in St. Gallen, Basel Land und Solothurn (zwischen 2,6 und 4,3%). Die übrigen Kantone lagen etwa im schweizerischen Schnitt oder darunter. (awp/mc/ps/17)

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