Kritik im US-Senat an General Motors und Chrysler

Es handele sich um «die schlechteste Investition, die man sich überhaupt denken kann», meinte der republikanische Senator Jim DeMint. «Ich verstehe die Notwendigkeit zur Reorganisation für GM und Chrysler», sagte der demokratische Senator John Rockefeller. «Aber dies auf Kosten der Arbeiter und Verbraucher zu tun, ist schlichtweg falsch.» Besonders der geplante Abbau von vermutlich 100.000 Arbeitsplätzen sowie die drastischen Einschnitte im Händlernetz wurden bemängelt. Die Händler hätten «etwas Besseres verdient», meinte ein Senator, sie und die Beschäftigten bezahlten nun den Preis für jahrzehntelange Fehler im Management.


«Schmerzliches Vorgehen»
Dagegen verteidigten die Chefs der beiden Autobauer ihre Strategie. GM-Chef Fritz Henderson räumte allerdings eins, dass das Vorgehen «schmerzlich für uns, für unsere Kunden und vor allem für unsere Händler» sei. Der einst weltgrösste Autobauer GM hatte am Montag als letzte Überlebenschance Insolvenz angemeldet. GM wird zunächst faktisch verstaatlicht und soll sich, geschützt vor dem Zugriff der Gläubiger, gesundschrumpfen. Chrysler ging schon vor einem Monat in die Insolvenz, hier soll der Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns die Rettung bringen.


GM könnte Insolvenz schnell verlassen
GM könnte schneller als erwartet aus der Insolvenz herauskommen. Eingeweihte Personen trauten dem Unternehmen zu, noch vor der offiziell angesetzten Frist von 60 bis 90 Tagen den Gläubigerschutz verlassen zu können, schreibt die «Financial Times» am Donnerstag. Auch GM selbst peilt eine möglichst rasche Sanierung an. Der einst unangefochten grösste Autohersteller der Welt hatte am Montag Insolvenz anmelden müssen. Eine jahrelang verfehlte Modellpolitik und letztlich die Wirtschaftskrise hatten das Unternehmen gegen die Wand fahren lassen.


Gesundschrumpfung
Nun soll GM mehrheitlich verstaatlicht werden und sich geschützt vor dem Zugriff der Gläubiger dann gesundschrumpfen. So wurde die Geländewagen-Marke Hummer bereits verkauft und die europäischen Töchter mit Opel abgenabelt. Die Hoffnung auf ein schnelles Vorwärtskommen bei GM wird durch die Sanierungserfolge beim ebenfalls insolventen Rivalen Chrysler beflügelt. Es wird erwartet, dass das Unternehmen nach nicht einmal 40 Tagen aus dem Gläubigerschutz herauskommt. Der italienische Autohersteller Fiat will bei Chrysler einsteigen. (awp/mc/ps/05)

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