Lonza: Gewinneinbruch im Rahmen der Erwartungen

Die Kosten der Restrukturierung in Höhe von 141 Mio CHF wurden vollumfänglich im Geschäftsjahr 2009 verbucht, was das Ergebnis in der Berichtsperiode deutlich schmälerte. Während der Umsatz um lediglich 8,4% auf 2’690 Mio CHF zurückging, brach der Reingewinn um 62,1% auf 159 Mio CHF ein. Der EBIT vor Sonderaufwand ging um 13,8% auf 380 Mio CHF zurück und lag damit am obersten Ende des vom Unternehmen in Aussicht gestellten Zielbandes von 360 bis 380 Mio CHF. Nach Sonderkosten lag der EBIT bei 239 Mio CHF.


Dividende unverändert
Der Verwaltungsrat schlägt die Auszahlung einer unveränderten Dividende von 1,75 CHF je Aktie vor. Bezahlt wird die Ausschüttung aus dem Geldfluss aus Betriebstätigkeit in Höhe von 422 (VJ 426) Mio CHF. Die Nettoverschuldung stand per Ende 2009 auf 1’166 Mio CHF, nach 1’469 Mio CHF per Ende 2008. Der Verschuldungsgrad lag damit bei 49%. Damit hat der Lifesciencekonzern die Prognosen der Analysten ausser beim Umsatz übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 2’710 Mio, für den EBIT vor Sonderkosten wurden durchschnittlich 373 Mio und für den Reingewinn 126 Mio CHF prognostiziert.


Umsatzrückgang in Sparte Custom Manufacturing
Die Sparte Custom Manufacturing litt unter Bestellrückgängen aufgrund von Resultaten klinischer Studien, die in der zweiten Jahreshälfte einige Produktionskampagnen von Biological Manufacturing beeinträchtigt hätten. Dies habe negative Auswirkungen auf die Auslastung der Grossmassstab-Anlagen gehabt. Der Umsatz der Sparte sank um 6,2% auf 1’418 Mio CHF, das Betriebsergebnis vor Sonderaufwand erreichte 239 Mio CHF (-14,3%), die Betriebsmarge sank auf 16,9 (18,5)%.


Life Science-Bereich: Kostensenkungsprogramm
Die Sparte Life Science Ingridients bekam es mit einer rezessionsbedingt tieferen Nachfrage zu tun. Lonza habe dies insbesondere im Bereich der Diketen-Derivate, bei Carboquat sowie beim Lagerabbau von Vitaminen und Vitamin-Zwischenprodukten gespürt. Das um 13,2% geringere Umsatzvolumen von 1’038 Mio CHF und die Währungskursschwankungen habe Lonza durch ein strenges Massnahmenpaket zur Fixkostensenkung kompensiert. Das Betriebsergebnis sank auf 137 (163) Mio CHF, entsprechend einer auf 13,2 (13,6)% geschmälerten Marge.


Bioscience-Sparte legt zu
Die Sparte Bioscience erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von 231 (222) Mio CHF und einen EBIT von 26 (19) Mio CHF. Die Marge vor Sonderkosten habe mit 11,3 (8,6)% zwar über dem Vorjahreswert gelegen, sei jedoch unter den Erwartungen des Managements ausgefallen. Wie Lonza ferner mitteilt, wird sich Frits van Dijk der nächsten Generalversammlung nicht zur Wiederwahl als Verwaltungsrat stellen. Er sass seit April 2009 in dem Gremium. Van Dijk werde nicht ersetzt; der Verwaltungsrat werde daher von sieben auf sechs Mitglieder reduziert.


Konsultativabstimmung über Manager-Vergütungen
Der Verwaltungsrat habe zudem entschieden, dass der Vergütungsbericht der Lonza zum ersten Mal Gegenstand einer konsultativen Abstimmung der Aktionäre sein wird. Für das laufende Jahr gibt der Lifesciencekonzern einen eher vagen Ausblick. Trotz eines anhaltend unstabilen Umfelds, zeigt sich Lonza optimistisch, was die eigenen Möglichkeiten betrifft, unerwartete Herausforderungen meistern zu können. Die Life-Sciences-Wachstumstrategie werde weiterhin langfristiges Wachstum generieren. Aus dem laufenden Umstrukturierungsprojekt erwartet Lonza 2010 eine massgebliche Generierung von freiem operativem Geldfluss.


Investitionen zurückgefahren
Die Investitionen würden im laufenden Jahr wie bereits früher kommuniziert von den ursprünglich anvisierten 500 Mio CHF auf unter 400 Mio CHF reduziert. Auch 2011 werde sich der Betrag in einer ähnlichen Dimension bewegen. Dadurch werde die Geldfluss-Generierung und die Bilanzstruktur weiter gestärkt. Die verbesserte finanzielle Flexibilität schaffe spezifische Expansionsmöglichkeiten für die Erweiterung der Life-Sciences-Wertschöpfungskette, schreibt das Unternehmen am Donnerstag weiter. Im Gegensatz zu früheren Jahren verzichtet Lonza darauf, mittelfristige Wachstumsziele zu formulieren.


Schweizer Standorte müssen Hälfte der Kostensenkungen tragen
Die Schweizer Lonza-Standorte Visp und Basel müssen ihren Beitrag zu den im Herbst aufgelegten Kostensenkungsmassnahmen leisten. In den nächsten 18 Monaten will Lonza die Fixkosten an den beiden Standorten um rund 30 bis 40 Mio CHF senken. Damit werden Visp und Basel rund die Hälfte der angepeilten Kostensenkungen von 60 bis 80 Mio CHF tragen, sagte Lonza-CEO Stefan Borgas am Donnerstag vor den Medien.


Stellenabbau in der Schweiz unumgänglich
Das Programm war aufgelegt worden, um die Geschäftsaktivitäten den veränderten Marktbedingungen anzupassen. 40% der Kostensenkungen wird Lonza mittels der vor zwei Wochen kommunizierten Schliessung von zwei Werken generieren, die restlichen 10% soll eine Vielzahl kleinerer Massnahmen im ganzen Unternehmen bringen. Was genau in der Schweiz passiert, werde Lonza Ende März mitteilen können, noch liefen die Verhandlungen. Dabei werde es auf jeden Fall auch hierzulande zu einem Stellenabbau kommen.  (awp/mc/ps/02)

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