Merck KGaA rechnet mit schwächerem Umsatzwachstum

Dies sagte Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung des DAX -Konzerns, am Montag bei Vorlage der Quartalsbilanz am Firmensitz in Darmstadt. Für die Gruppe erwartet Merck 2009 einen Zuwachs der Gesamterlöse von 0 bis 5 Prozent – 2008 hatte Merck noch ein Plus von rund 7 Prozent verbucht. Für den Standort Gernsheim hat Merck ab Mai für bis zu 500 Mitarbeiter Kurzarbeit beantragt. Die Aktie gab vorbörslich knapp ein Prozent nach.


Chemiegeschäft: Rezession hinterlässt Spuren
Auch im ersten Quartal konnte sich der Traditionskonzern der Rezession in seinem Chemiegeschäft, das Pigmente für die Autoindustrie oder auch Flüssigkristalle für die Unterhaltungsindustrie liefert, nicht entziehen: Die Gesamterlöse lagen mit 1,854 Milliarden Euro nur leicht unter dem Vorjahresniveau. Vor allem aufgrund des Nachfragerückgangs im Chemiegeschäft und gestiegener Forschungskosten im Pharmageschäft sank das operative Ergebnis um 45 Prozent auf 198 Millionen Euro und damit stärker als von den von dpa-AFX befragten Analysten erwartet. Zudem verbuchte Merck Sondermassnahmen in Höhe von 69 Millionen Euro. Unter dem Strich sackte der Gewinn nach Fremdanteilen um 76,3 Prozent auf 56,7 Millionen Euro ab.


Pharmageschäft legt im Q1 deutlich zu
Während die Chemiesparte im ersten Quartal das Sorgenkind von Merck war, könnte das nach Umsatz grössere Pharmageschäft mit einem Umsatzplus von 9,7 Prozent auf 1,418 Milliarden Euro punkten. Für die grösste Sparte – Merck Serono mit den beiden wichtigsten Medikamenten Rebif (Multiple Sklerose) und Erbitux (Antikrebsmittel) – streben die Darmstädter 2009 ein Umsatzplus von 6 bis 9 Prozent an. Damit liegt Merck deutlich über dem vom Marktforschungsinstitut IMS Helath weltweit erwarteten Marktwachstum von 2,5 bis 3,5 Prozent. Das Konkurrenzprodukt Rebif zu Betaferon von Bayer spülte Merck im ersten Quartal einen Umsatz von 368 Millionen Euro in die Kasse. Beim Krebsmittel Erbitux verbuchte Merck ein Umsatzplus von 11 Prozent auf 162 Millionen Euro.


Flüssigkristalle: Umsatzrendite eingebrochen
In der Chemiesparte brach der Umsatz dagegen um 22 Prozent auf 436 Millionen Euro ein. Die Sparte steuerte im ersten Quartal noch 24 Prozent zum Konzernumsatz und 17 Prozent zum operativen Ergebnis bei. Merck erwartet für das Gesamtjahr einen Rückgang seiner LC-Erlöse von 20 bis 30 Prozent. Im Auftaktquartal waren die Gesamterlöse der Sparte Liquid Crystals (LC) im Vergleich zu dem robusten Wachstum des Vorjahres wegen des Nachfrageeinbruchs in der Chemie und belastender Währungseffekte um 44 Prozent auf 131 Millionen Euro eingebrochen. Die vielbeachtete Umsatzrendite der Flüssigkristalle lag nach 51,1 Prozent im Vorjahreszeitraum nun bei 9,7 Prozent. Flüssigkristalle werden in Flachbildschirmen, Handys und Notebooks eingesetzt. (awp/mc/ps/10)

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