Münchener Rück kippt erneut Gewinnziel für 2008 – Kapitalmarktkrise

Dennoch soll die Dividende mit 5,50 Euro je Aktie so hoch ausfallen wie im Vorjahr. Damals lag der Ausschüttung allerdings ein Überschuss von 3,9 Milliarden Euro zugrunde.

Gerade noch in den schwarzen Zahlen
Im dritten Quartal blieb das Unternehmen mit einem Konzernergebnis von 12 Millionen Euro gerade noch in den schwarzen Zahlen und verfehlte dabei zudem die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 88,1 Millionen Euro gerechnet hatten. An der Börse legte der Aktienkurs zu Handelsbeginn allerdings um 2,01 Prozent auf 98,29 Euro zu.

Zweite Ziel-Korrektur
Bereits Ende Juli hatte der Vorstand sein erstes Gewinnziel für 2008 infolge der Krise um rund ein Drittel gekappt. Statt mit 3,0 bis 3,4 Milliarden Euro rechnete er seither lediglich noch mit «deutlich über 2 Milliarden Euro». Analysten hielten diese Zielvorgabe zuletzt allerdings für unerreichbar. Für den niedrigeren Gewinn machte die Münchener Rück vor allem zusätzliche Wertberichtigungen in ihrem Aktienbestand verantwortlich. Nachdem das Unternehmen dessen Wert bereits im ersten Halbjahr wegen der eingebrochenen Kurse um 2,221 Milliarden Euro nach unten korrigiert hatte, wurden von Juli bis September weitere Abschreibungen von 1,789 Milliarden Euro fällig. Das Kapitalanlageergebnis brach um 66,1 Prozent auf 674 Millionen Euro ein. Die von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten hatten im Schnitt mit 949,6 Millionen Euro gerechnet.

Wirbelstürme belasten
Das operative Ergebnis litt unter den Folgen der Wirbelstürme «Gustav» und «Ike» und rutschte mit 77,0 Prozent auf 260 Millionen Euro noch deutlicher ab und verfehlte ebenfalls die Analystenprognose. Die beiden Stürme führten zu Belastungen von 390 Millionen Euro vor Steuern. Daher konnte die Münchener Rück ihre Schäden und Verwaltungskosten im dritten Quartal nicht mehr alleine aus den Prämieneinnahmen abdecken. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 97,1 auf 101,3 Prozent und lag damit über der kritischen 100-Prozent-Marke. Die für dieses Jahr angestrebte Schaden-Kosten-Quote von 98 Prozent steht damit auf der Kippe. Sie könne nur noch erreicht werden, «wenn diese zufallsbedingten Grossschäden im vierten Quartal deutlich unter den Erwartungen bleiben», hiess es. In der Erstversicherung verbesserte sich die Schaden-Kosten-Quote hingegen von 92,1 auf 88,7 Prozent und lag damit deutlich unter der Zielmarke von 95 Prozent. Die operativen Ergebnisse brachen jedoch in beiden Sparten kräftig ein: In der Erstversicherung um 54,6 Prozent auf 142 Millionen Euro und in der Rückversicherung um 83,5 Prozent auf 132 Millionen Euro.

Mittelfristige Ziele bleiben
Bei den Prämieneinnahmen übertraf die Münchener Rück die Erwartungen der Analysten. Die gebuchten Bruttobeiträge wuchsen im dritten Quartal um 1,3 Prozent auf 9,270 Milliarden Euro. Die verdienten Nettoprämien legten um 1,0 Prozent auf 8,859 Milliarden Euro zu. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand mit Nettoprämien von insgesamt rund 37,5 Milliarden Euro, 200 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. An ihren mittelfristigen Zielen hält die Münchener Rück trotz des kräftigen Gewinneinbruchs fest. So soll der Gewinn je Aktie bis zum Jahr 2010 auf mindestens 18 Euro steigen. Die für dieses Jahr bislang anvisierten 2 Milliarden Euro entsprechen 10 Euro je Aktie. Auch will der Vorstand bis 2010 mehr als acht Milliarden Euro über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückgeben. Bei der Rendite für das Risikokapital peilt er über den Zyklus hinweg weiterhin mindestens 15 Prozent an. (awp/mc/gh/16)

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