NASDAQ bedauert Ablehnung des Angebots für Londoner Börse

Das endgültige Angebot werde nicht revidiert. Allerdings behalte sich die Gesellschaft das Recht vor, es auf Empfehlung des LSE- Aufsichtsrats zu ändern oder im Falle eines Konkurrenzangebots, sagte der Börsenchef am Montag (Ortszeit). Der Betreiber der zweitgrössten amerikanischen Wertpapierbörse NASDAQ hatte 12,43 Pfund je LSE-Aktie offeriert. Damit wurde die London Stock Exchange (LSE) mit insgesamt 2,7 Milliarden Pfund (vier Mrd Euro) bewertet.


Angebot aus Sicht der LSE ungenügend
Die LSE hatte das NASDAQ-Angebot am Montag umgehend als unzureichend zurückgewiesen. Chris Gibson-Smith, der Aufsichtsratsvorsitzende der LSE, lehnte auch ein von der NASDAQ mit ihm gefordertes Treffen ab. Die NASDAQ-Offerte spiegle nicht das herausragende Wachstum und die Aussichten der Gruppe auf eigenständiger Basis wider, geschweige denn die einmalige globale Position der Börse, betonte LSE-Chefin Clara Furse.


LSE-Aktien deutlich über dem von NASDAQ offerierten Preis
Die LSE-Aktien notierten am Dienstag zeitweise bei 1.294 Pence (12,94 Pfund) und lagen damit deutlich über dem von der NASDAQ offerierten Preis. Die NASDAQ-Aktien hatten am Montag um 3,1 Prozent auf 37,71 Dollar zugelegt. Die meisten Börsenfachleute erwarten, dass die NASDAQ tiefer in die Tasche greifen muss, falls sie zum Zuge kommen will. Die NASDAQ kontrolliert bereits mehr als ein Viertel der LSE-Aktien.


Börsenfachleute verweisen auch auf die ehrgeizigen Pläne mehrerer internationaler Grossbanken, eine eigene europäische Handelsplattform einzurichten. Sie könnten damit erheblich Gebühren gegenüber dem Handel an den herkömmlichen Wertpapierbörsen einsparen. Von diesen Banken gehe rund die Hälfte des Handels mit europäischen Aktien aus. Dies könnte nach Ansicht von Marktkennern Druck auf die etablierten europäischen Börsen ausüben, vor allem aber auf die LSE.


Transatlantische Riesenbörsen als Ziel
Die LSE müsse sich auch die verschärfte Konkurrenz vor Augen halten, falls die NYSE Group, die Betreiberin der weltgrössten New Yorker Börse, den Kauf der europäischen Mehrländerbörse durchziehen sollte. Die NYSE-Chancen bei Euronext haben sich durch den Rückzug der Deutschen Börse stark verbessert. Damit würde die erste transatlantische Riesenbörse entstehen. Das gleiche Ziel hat die NASDAQ mit dem Kauf der LSE. Durch die Übernahme der LSE würde NASDAQ eine riesige transatlantische Börse mit 6400 notierten Werten mit einem Gesamtwert der Aktien der gelisteten Gesellschaften von 11,8 Billionen Dollar bilden. (awp/mc/pg)

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