Nokia wird für Handygeschäft pessimistischer

Dies sagte Finanzvorstand Timo Ihamuotila am Mittwoch in einer Telefonkonferenz. Zusätzlich habe der schwache Euro dafür gesorgt, dass Vertriebs- und Produktionskosten höher ausgefallen seien und die weltweite Preisstrategie nicht aufgegangen sei. Die Aktien brachen nach der Ankündigung um 10 Prozent ein. Bislang waren die Finnen für das zweite Quartal im Handygeschäft von einem Umsatz von 6,7 bis 7,2 Milliarden Euro ausgegangen. Nun rechne man wegen niedrigerer Verkaufspreise und niedrigerer Absatzahlen mit Erlösen am unteren Ende oder etwas unter dieser Spanne. Auch die Gewinnmarge setzt Nokia niedriger an als zuvor. Auf das Gesamtjahr gesehen soll die operative Marge vor Sonderposten nun am unteren Ende oder unterhalb der zuvor ausgegebenen Spanne von 11 bis 13 Prozent liegen.


Nokia sieht sich wettbewerbsfähig
Nokia sei im Handgeschäft nach wie vor wettbewerbsfähig, betonte Ihamuotila. Das Geschäft mit günstigeren Handys und auch von günstigen Smartphones laufe gut. Die Probleme liegen am oberen Ende des Smartphone-Portfolios der Finnen: Nach wie vor hat Nokia in der Klasse der High-End-Geräte wie Apples iPhone zu kämpfen. «Die N-Serie hat unsere Erwartungen nicht erfüllt», sagte Ihamuotila. Zudem sei der Start des X6 schlechter verlaufen als erwartet. Analysten kritisieren seit langem, dass Nokia dem iPhone und vergleichbaren Geräten nichts entgegen zusetzen hat. Ihamuotila hofft, dass die Einführung der kostenlosen Navigationssoftware die Verkaufszahlen in den nächsten Monaten ankurbeln wird.


Absatzprognose bekräftigt  
Zum weiteren Jahresverlauf äusserte sich der Nokia-Finanzchef nur vage. Das dritte Quartal werde eine Herausforderung bleiben, zum Jahresende dürfte mit dem Weihnachtsgeschäft die übliche Saisonalität einsetzen und höhere Margen bringen. An der Prognose für den Handyabsatz im Gesamtjahr halten die Finnen zwar fest: Sie sehen die weltweiten Handyverkäufe 2010 um 10 Prozent steigen, den Marktanteil will Nokia gegenüber 2009 stabil halten. Die Schuldenkrise im Euroraum wirke sich bislang nicht spürbar auf das Konsumentenverhalten aus.


Schwacher Euro belastet
Die operativen Ausgaben sollen nach den Worten von Ihamuotila trotz der Währungseffekte bei 5,7 Milliarden Euro liegen. Zwar fielen der Grossteil der Kosten ausserhalb der Eurozone an, weshalb sich der schwache Euro negativ auswirken werde, trotzdem hält der Nokia-Finanzchef an seiner Prognose fest: «Wir werden unsere Kosten entsprechend managen müssen.» Am 22. Juli legt Nokia seine Bilanz für das zweite Quartal vor. (awp/mc/ps/21) 

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