OECD erwartet 2009 für die Schweiz reales BIP-Wachstum 2009 von -0,2 Prozent

Bei ihren letzten Prognosen im Juni war die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) noch von einem Wachstum von 1,4% ausgegangen. Für 2008 rechnet sie neu mit einem Wirtschaftswachstum von 1,9% (nach 2,0% im Juni). Die Arbeitslosenquote steigt 2009 von 3,5% in diesem Jahr auf 3,9%. Bei den Exporten geht die OECD davon aus, dass sie angesichts der weltweiten Konjunkturschwäche mit 2,1% erheblich weniger zunehmen als in früheren Jahren.


2010 Wachstum bei 1,6 %, Arbeitslosenquote bei 4,2 %
Der Finanzsektor, der 12,5% des Bruttosozialproduktes erwirtschaftet, werde kaum noch einen Wachstumsbeitrag liefern können und auch andere Schweizer Multis dürften im Ausland weniger verdienen als bisher. 2010 sollte das Wachstum wieder 1,6% erreichen. Auf dem mit Verzögerung reagierenden Arbeitsmarkt wird das aber wohl noch nicht zu spüren sein. Laut der Prognose muss 2010 mit einer Arbeitslosenquote von 4,2% gerechnet werden.


Markante Steuerausfälle
2009 und 2010 dürften sich auch die Steuereinnahmen markant zurückbilden. Falls die Finanzkrise länger anhält als erwartet, werde das starke und direkte Auswirkungen auf der Wirtschaftswachstum und die Steuereinnahmen haben. Ein explizites Konjunkturprogramm forderte die OECD für die Schweiz nicht. Die Schweiz solle vielmehr die im öffentlichen Haushalt eingebauten Stabilisatoren spielen lassen. Der Spielraum dafür sein vorhanden.


Besser als andere Länder
Im Vergleich zu anderen Ländern steht die Schweiz gemäss den Prognosen noch relativ gut da. Für die USA und die EURO-Zone sagt die OECD einen BIP-Rückgang (BIP) um 0,9 bzw. 0,6% voraus. Ernsthaft werde der Abschwung vor allem in den Ländern zu spüren sein, die von der Finanzkrise am stärksten betroffen seien oder in denen die Häuserpreise stark gefallen seien, schreibt die OECD. Dazu gehörten Ungarn, Island, Irland, Luxemburg, Spanien, Türkei und Grossbritannien.


Neben den USA sieht die OECD nächstes Jahr auch Deutschland tief in der Rezession. Dort soll die Wirtschaft gemäss den Prognosen um 0,9% schrumpfen. Frankreich liegt mit einer Schrumpfung von 0,4% auf dem Durchschnittswert aller OECD-Länder. Die Inflation steigt gemäss den Prognosen in allen OECD-Staaten. Für Japan prognostiziert die Organisation ein negatives Wachstum von 0,1%. In China verlangsamt sich das Wachstum von 9,5% in diesem Jahr auf 8%. Auch in den übrigen BRIC-Staaten Russland, Brasilien und Indien werde das Wachstum deutlich abnehmen.


Aufschwung 2010
Für 2010 rechnet die OECD wie in der Schweiz auch in fast allen andern Ländern wieder mit positiven Zahlen. Einzig in Island geht die Organisation weiterhin von einer Schrumpfung der Wirtschaft von 0,7% aus. Die Prognosen seien von starken Unsicherheiten geprägt, wird OECD-Chefökonom Klaus Schmidt-Hebbel zitiert. Ob die Wirtschaft sich dementsprechend entwickle, hänge vor allem davon ab, wie schnell die Finanzkrise – die Hauptursache für den Abschwung – überwunden werde.  (awp/mc/pg/18)

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