Parmalat: Bundesanwalt ermittelt wegen Geldwäscherei

Die Untersuchungen konzentrieren sich auf vier italienische Staatsangehörige. Bisher seien noch keine Schweizer betroffen, sagte die Informationsverantwortliche der Bundesanwaltschaft, Andrea Sadecky, am Mittwoch.


Bankkonten gesperrt
In der Schweiz eröffnete Bankkonten seien gesperrt worden. Dabei handle es sich um einen Betrag in der Höhe von mehreren Millionen Franken. Bisher sei noch niemand in Untersuchungshaft genommen worden. Ob Büros durchsucht worden seien, wollte die Sprecherin nicht kommentieren.


BA von sich aus aktiv geworden
Die Bundesanwaltschaft ist von selbst aktiv geworden: Ausgelöst wurde das Verfahren unter anderem durch Informationen, die der Meldestelle für Geldwäscherei des Bundesamtes für Polizei zugegangen waren. Die Ermittlungen werden seit einigen Tagen geführt.


Vortat in Italien vermutet
Die Vortat, die der Geldwäscherei zu Grunde liegt, wird in Italien vermutet. Die Bundesanwaltschaft und die Bundeskriminalpolizei arbeiten eng mit den italienischen Behörden zusammen.


EBK führt Abklärungen durch
Bereits am Wochenende war bekannt geworden, dass die Eidg. Bankenkommission (EBK) Abklärungen im Zusammenhang mit der Parmalat-Pleite durchführt. Sie interessiert sich für Verbindungen zwischen einer Tessiner Effektenhändlerin und einer Parmalat-Tochtergesellschaft. Die Abklärungen betreffen die Credito Privato Commerciale (CPC) in Lugano. Die Effektenhändlerin hat ihre Büros im gleichen Gebäude wie die Parmalat-Tochter Geslat.


Doppelmandat
Einer der Geslat-Verwaltungsräte war offenbar noch bis vor einigen Monaten auch im Verwaltungsrat der CPC. Die EBK hat nun den externen Revisor der Effektenhändlerin mit den Abklärungen beauftragt. Die Aufsichtsbehörde hat dies von sich aus veranlasst.


Skandal zieht laufend weitere Kreise
Der Skandal um die insolvente Parmalat zieht immer weitere Kreise. Die Staatsanwaltschaft von Parma ermittelt inzwischen auch wegen mutmasslicher Korruption. Die Staatsanwälte gehen davon aus, dass die Parmalat-Manager Steuerfahnder geschmiert haben könnten, um Kontrollen zu umgehen.


Über 100´000 Klagen
Nach der Parmalat-Pleite soll nun in Italien der Schutz der Investoren mit einem Gesetz gestärkt werden. Die Zahl der Klagen geprellter Investoren hat derweil auf rund 100´000 zugenommen. In den Firmenkassen Parmalats wurde ein Loch von 14 Milliarden Euro festgestellt.


Vernehmung Tonnas fortgesetzt
Die Ermittler in Parma setzten am Mittwoch die Vernehmung des Ex-Finanzchefs Parmalats, Fausto Tonna, fort. Tonna befindet sich seit Jahresbeginn in Untersuchungshaft in Parma. Er gilt als eigentlicher Drahtzieher im Skandal um Parmalats Zusammenbruch. (awp/scc/pds)

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