Private-Equity-Branche sieht Potential in Asien

Der Private-Equity-Manager Adveq präsentierte eine Prognose der Auswirkungen eines anhaltenden Konjunkturabschwungs auf die verschiedenen Segmente des Marktes. Adveq schätzt, dass sich die Krise in drei Stufen auf das Private-Equity-Segment auswirken werde. Dies erstens durch eine Korrektur der EBITDA-Kennzahlen, zweitens durch einen Rückgang der Unternehmensgewine im Zuge einer Abschwächung des BIP-Wachstums und drittens durch den Refinanzierungsbedarf einiger Unternehmen in einem zunehmend schwierigen Kreditumfeld.


Neudefinition der grossen Buyout-Segmente
In den nächsten Jahren würden bestimmte Schlüsselfaktoren den Private-Equity-Markt grundsätzlich prägen, heisst es. Laut Adveq müssen die grossen Buyout-Segmente vermutlich neu definiert werden. Dies könnte ein «Gesundschrumpfen» des Segments beinhalten oder aber eine Verlagerung des Schwerpunktes auf stärker wertorientierte oder Distressed-Investitionen. Weiter könnten sich gegebenenfalls die ursprünglich auf grosse Buyouts fokussierten Fondsmanager in kleinere Marktsegmente verlagern.


Rückbesinnung auf «traditionelle» Kern-Segmente
Adveq prognostiziert dabei eine Rückbesinnung auf die «traditionellen» Kern-Segmente von Private Equity wie beispielsweise eigenes Deal-Sourcing, Schaffung eines «echten operativen und strategischen Mehrwerts» sowie starke Exitorientierung. Adveq geht davon aus, dass in Zukunft vermutlich kleine und mittelgrosse Buyouts und Venture Capital sowie der Bereich Special Situations das attraktivste Ertragspotenzial aufweisen.


Langer Heilungsprozess für US-Venture Capital
Ferner sieht Adveq weiterhin die Dominanz von Venture Capital bei den USA. Diese hingegen dürften einen langen «Heilungsprozess» durchlaufen müssen, um sich von der aktuellen Krise vollständig zu erholen, so die Einschätzung. Europa befinde sich zwischen diesen Polen, obschon manche Länder wie Grossbritannien mit ähnlichen Herausforderungen wie die USA konfrontiert seien. Asien und insbesondere China hingegen würden hingegen grosse Wachstumschancen bergen. Im Zuge der aktuellen Marktumbrüche dürfte sich das Kräfteverhältnis von der westlichen Welt zu den asiatischen Märkten hin verschieben, die von der Abschwächung des BIP-Wachstums und den Gewinneinbussen am wenigesten betroffen sein werden, glaubt der Investmentmanager.


Neubewertung und starke Korrekturen
Ebenso werde die Bewertung der in den Portfolios gehaltenen Unternehmen neu bewertet und stark korrigiert, meint Peter Laib, Managing Director von Adveq. «Derzeit korrigieren die Fondsmanager die Gewinnkennzahlen in ihren Bewertungen. Mittelfristig dürfte die Profitabilität der Unternehmen in den Portfolios sinken. Schliesslich werden jene Unternehmen, die ihre Kreditlinien nicht refinanzieren können, einen signifikanten Abschlag ihrer Bewertung erfahren», erklärt Laib ferner. Bruno Raschle, CEO von Adveq, stellt die Prognose: «Vor allem sind wir der Überzeugung, dass die Attraktivität der traditionellen Private-Equity-Segmente steigen wird – das heisst von kleinen und mittelgrossen Buyouts sowie von Venture Capital. Auch Special-Situation-Fonds dürften vom derzeitigen Klima profitieren.» (awp/mc/pg/20)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.