ProSiebenSat.1 fährt im dritten Quartal wegen Bussgeldes Verlust ein

Auf vergleichbarer Basis sei nach einem Gewinn von 13,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum ein Verlust von 77,9 Millionen Euro angefallen, teilte das im MDAX notierte Unternehmen am Donnerstag in München mit. Von dpa-AFX befrage Analysten hatten im Schnitt aber mit einem Minus von 128,3 Millionen Euro gerechnet. ProSiebenSat.1 konsolidierte im dritten Quartal erstmals die Senderkette SBS. Deren Kauf war Anfang Juli abgeschlossen worden.


Knapp in den schwarzen Zahlen
Operativ blieb das Unternehmen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) mit 0,4 Millionen Euro knapp in den schwarzen Zahlen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern 58,7 Millionen Euro verdient. Die befragten Experten waren im Schnitt von einem Verlust in Höhe von 19,6 Millionen Euro ausgegangen. Das Vorsteuerergebnis brach von 21,7 auf minus 103,7 Millionen Euro ein. Der Umsatz kletterte von 431,3 auf 668,4 Millionen Euro. Hier hatten die Schätzungen bei 667,3 Millionen Euro gelegen.


Beim Ausblick zurückhaltend
Beim Ausblick gab sich das Unternehmen zurückhaltend. Zu rechnen sei in diesem Jahr mit einer Umsatz- und Ergebnissteigerung, hiess es. Dabei soll das bereinigte EBITDA stärker steigen als der Umsatz. Genauere Angaben wurden nicht gemacht.


Bemängeltes Rabattsystem
Anfang Oktober waren Untersuchungen des Bundeskartellamtes gegen die Zahlung des Bussgeldes eingestellt worden. Die Behörde war dem Verdacht auf Wettbewerbsverstösse bei den Werbezeitvermarktern von ProSiebenSat.1 und dem Konkurrenten RTL nachgegangen. Dabei ging es um sogenannte Share-Deals beim Verkauf von Fernsehwerbung. SevenOne Media und IP Deutschland verpflichteten sich, das vom Kartellamt bemängelte Rabattsystem umzustellen. ProSiebenSat.1 hat für das Geschäftsjahr 2007 eine entsprechende Rückstellung gebildet. (awp/mc/gh)

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