Rabenschwarze Wemf-Inseratenstatistik: Ein Viertel minus

Dies teilte die Wemf am Freitag mit. Demnach führt die Wemf die Statistik im Auftrag des Verbands Schweizer Presse und des Verbands Schweizerischer Werbegesellschaften auf der Basis einer Selbstdeklaration durch die teilnehmenden Verlage durch.


Finanz- und Wirtschaftspresse mächtig unter Druck
Prozentual am meisten hat gemäss diesen Zahlen die Finanz- und Wirtschaftspresse gelitten, die einen Rückgang von 45,1 Prozent auf 3,2 Millionen Franken erlitten hat. In der Deutschschweiz beträgt der Rückgang sogar 48,2 Prozent. Betragsmässig am stärksten fiel der Rückgang für die Tagespresse aus, die noch 70,4 Millionen Franken einnahm, 28,1% weniger als im Februar 2008, 23,3% weniger in der deutschen Schweiz. Auch für die Sonntagspresse sah es nicht besser aus, die ein Minus von 28,8% auf 10,7 Millionen Franken verbuchte.


Inserate in Publikumspresse «nur» um 18,8% eingebrochen
Vergleichsweise besser, aber immer noch schlecht erging es der Publikumspresse, deren Anzeigenerlöse um 18,8% auf 13,1 Millionen Franken zurückgingen. Die Spezialpresse krebste um 14,2% auf 14,4 Millionen, die Fachpresse um 13,1% auf 4,9 Millionen und die regionale Wochenpresse um 11,2% auf 3,8 Millionen Franken.


Umfang der Stellenanzeigen praktisch halbiert
Die Stellenanzeigen nahmen um 45,9% auf 17,1 Millionen Franken ab, die Liegenschafteninserate verzeichneten ein Minus von 27,8% auf 5,3 Millionen Franken, und für die kommerziellen/übrigen Anzeigen lauten die entsprechenden Werte minus 19,4% auf 91,7 Millionen Franken. Auch bei den Prospektbeilagen setzte sich der Abwärtstrend fort:  minus 27,4% auf 6,4 Millionen Franken.


Zeitung als «Geschäftsmodell der Vergangenheit»
Im Jahr 2008 haben sich laut dem Jahresbericht des Pew-Forschungsinstituts in Washington zur Lage der Medien in den USA erstmals mehr Amerikanerinnen und Amerikaner im Internet als in der Zeitung informiert. Die Printmedien seien ein «Geschäftsmodell des vergangenen Jahrhunderts», schreibt deshalb die «Financial Times Deutschland», gestützt auf Medienforscher. Nachrichten sind den US-Bürgern zwar weiter wichtig und bleiben begehrt, allerdings sind immer weniger Menschen bereit, dafür zu bezahlen, schreibt die FTD weiter.


Bericht zu US-Medien düster wie nie zuvor
Der am Dienstag zum sechsten Mal in Folge vorgelegte Jahresbericht zur Lage der US-Medien sei der «düsterste bisher», schrieben die Wissenschaftler. 2009 werde für die US-Zeitungsbranche aber angesichts der dramatischen Wirtschaftskrise zum vermutlich «schlimmsten Jahr» überhaupt, so die Prognose. Auch Zeitschriften, Radio und die lokalen Fernsehsender in den USA mussten 2008 Einbussen hinnehmen. Als Gewinner können sich neben den Internet-Anbietern vor allem Nachrichtensender fühlen.


US-Nachrichtensender trotzen Krise
Bis Ende 2009 wird der Prognose des unabhängigen Instituts zufolge im Vergleich zu 2001 jeder vierte Arbeitsplatz in den Zeitungsredaktionen verloren gegangen sein. Allein 2008 sank die Zahl der journalistischen Arbeitsplätze um etwa 5000, das sind etwa 10 Prozent. Einen Boom im Nachrichtengeschäft erlebten lediglich die Nachrichtensender wie CNN, MSNBC und Fox News. Die Zuschauerzahl stieg im spektakulären Wahljahr 2008 um 38 Prozent, auch die Gewinne legten um 33 Prozent zu. (wemf/mc/ps)

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