Rekordzahl bei Firmenkonkursen von Januar bis August

Beinahe monatlich erreiche die Zahl der Firmenkonkurse einen neuen Höhepunkt. In den Monaten Juni, Juli und August war der Anstieg an Konkursen in diesem Jahr bisher am kräftigsten. Einzig in der Exportindustrie und in der Finanzbranche ging die Konkursrate leicht zurück. Bei Finanzunternehmen betrug der Rückgang 6,9% gegenüber dem Vorjahr. Das deute darauf hin, dass die Finanzbranche die Talsohle durchschritten habe. Düsterer sieht es laut D&B in der Binnenwirtschaft aus: Zwar sei die Krise zu Beginn des Jahres für die meisten lokal tätigen Betriebe noch weit weg gewesen. Doch nun sei im Zeitraum Juni bis August 2009 die Zahl der Firmenpleiten im lokalen Gewerbe erstmals angestiegen.


Pleitenhöhepunkt im Herbst
So lag im Detailhandel die Zahl der Firmenpleiten gegenüber dem Vorjahr in den Sommermonaten um 41,1% höher. Im Gastgewerbe (+24,0%) und im Handwerk (+29,1%) sei der Anstieg zwar etwas moderater, jedoch immer noch deutlich höher als in den Vormonaten ausgefallen. Im Autogewerbe ist das Bild noch düsterer: Im Sommer gab es mehr als doppelt so viele Firmenpleiten wie in der Vorjahresperiode. Die Zeichen haben sich laut D&B verdichtet, dass den von der Binnenwirtschaft abhängigen Betrieben ein stürmischer Herbst bevorsteht: Der Pleitenhöhepunkt – ein Anstieg von 35 bis 60% – sei für das vierte Quartal zu erwarten.


Nur der Thurgau verschont
Somit drohen auch die Kantone, in denen das lokale Gewerbe von grosser Bedeutung ist, in den Strudel der Rezession zu geraten: Das Blatt für die bisher verschonten Kantone Graubünden und Luzern habe sich gewendet. In den Monaten Juni, Juli und August nahmen die Konkurse im Kanton Luzern um 11,1% zu, im Graubünden gab es sogar einen Viertel mehr Firmenpleiten als im Vorjahr.


Den Höhepunkt der Pleitewelle bereits erreicht haben die Kantone Aargau, Bern, Basel-Land, Genf, Glarus, Neuenburg, Obwalden und Waadt. Es scheine, dass diese Kantone das Schlimmste überstanden hätten. Mit einem Rückgang der Konkurse von 66,7% steht Obwalden an der Spitze. Nur am Kanton Thurgau scheint die Krise spurlos vorbeizuziehen. Als einziger Kanton verzeichnete er im ersten Halbjahr (-2,9%) und in den Sommermonaten (-3,7%) weniger Konkurse als im Vorjahr.


Prognose erhöht
Für das Gesamtjahr erhöhte das Unternehmen seine Prognose. Im Frühjahr hatte D&B noch 5’100 Konkurse für das Jahr 2009 vorausgesagt. Aufgrund der aktuellen Entwicklung sei jedoch mit 5’200 Firmenpleiten zu rechnen, heisst es nun. Damit würde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2004 mit 4’743 Firmenkonkursen deutlich übertroffen.  (awp/mc/pg/13)

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