Roche weiht in Basel 400-Millionen-Biotech-Produktionszentrum ein

Roche-Chef Franz Humer gab an der Einweihung ein Bekenntnis zum Standort ab. Der Entscheid, die neue Anlage in Basel zu bauen, sei „im internationalen Wettbewerb“ getroffen worden, sagte Humer am Freitag vor Gästen aus Politik und Wirtschaft, darunter auch Bundesrat Pascal Couchepin. Evaluiert worden seien auch Irland und Singapur.


Gute Rahmenbedingungen in der Schweiz
Den Ausschlag für Basel hätten die politischen Rahmenbedingungen in der Schweiz, das Verhältnis zu den Behörden in Basel-Stadt und die Qualität der Mitarbeitenden gegeben. Humer bezeichnete die Rahmenbedingungen in der Schweiz als derzeit „sehr gut“ und dankte den Basler Behörden für die gute Zusammenarbeit.


Couchepin ist sehr glücklich
„Wir sind sehr glücklich festzustellen, dass die Schweiz attraktiv bleibt“, sagte Couchepin. Damit dies auch in Zukunft so sei, brauche es die Öffnung des Arbeitsmarkts für qualifizierte Arbeitskräfte und die Förderung von Forschung und Ausbildung.


S tarke Pharma-Industrie in der Schweiz
„Wir wollen eine starke Pharma-Industrie in der Schweiz“, sagte Couchepin zudem mit Bezug auf die Medikamentenpreise. Innovation solle gefördert und daher anerkannt werden, dass diese einen Preis hat. Gedämpft werden könnten höhere Kosten etwa durch Substitution von Produkten.


Den Start-Knopf gemeinsam gedrückt
Die Basler Baudirektorin Barbara Schneider, Couchepin und Humer drückten den Start-Knopf, der in der Anlage die Nährlösungszufuhr für die Zellkulturen in Gang setzte. In dem achtgeschossigen Bau der Basler Architekten Herzog de Meuron will Roche zunächst den Wirkstoff für das Krebsmittel Avastin produzieren.


Eines der umsatzstärksten Produkten – Avastin
Avastin gehört zu den umsatzstärksten Produkten von Roche. 2006 verdiente der Konzern damit knapp 3 Mrd CHF. Zulassungen hat Roche unter anderem in den USA, der EU und der Schweiz bei der Behandlung von Dickdarmkrebs und Lungenkrebs. Hinzu kommen gemäss Roche weitere Anwendungen.


Avastin ab 2009 in Basel produzieren
In Basel will Roche den Wirkstoff ab 2009 produzieren; vorerst muss die Anlage noch ausgetestet und behördlich zugelassen werden. Bis dahin werden Patienten weiterhin mit Avastin der Roche-Tochter Genentech in den USA versorgt, von der das Medikament entwickelt wurde.


Biotech-Produkte in Basel herstellen
Künftig sollen in Basel zudem auch Biotech-Produkte in der Entwicklungsphase hergestellt werden. Laut Humer ist Roche in der Biotechnologie gemessen an den Verkäufen weltweit führend und hat die grösste Produktionskapazität. Bereits die Hälfte der Konzernverkäufe entfielen auf Biopharmazeutika.


Anlage in Rekordzeit erbaut
Die Anlage in Basel wurde innert zwei Jahren erbaut, was gemäss Roche eine Rekordzeit darstellt. Eine weitere Biotech-Anlage will der Konzern im Juli in Penzberg bei München eröffnen. (awp/mc/ab)

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