Russische Umweltbehörden drohen Ölkonzern Lukoil mit Lizenzentzug

Wegen massiver Verstösse gegen Umweltschutz-Richtlinien drohe mehreren Lukoil-Förderstätten in Westsibirien der Lizenzentzug, teilte der stellvertretende Leiter der Umweltaufsichtsbehörde, Oleg Mitwol, am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Die russische Regierung hatte Mitte September eine umweltrechtliche Freigabe für die fernöstliche Öl- und Gas- Förderstätte Sachalin-2 von Shell sowie zwei japanischen Energiekonzernen ausgesetzt.


Erhöhte Krankheitsrate in der Bevölkerung
An den Lukoil-Förderstätten im Autonomen Bezirk der Chanten und Mansen in Westsibirien sei in der Bevölkerung eine erhöhte Krankheitsrate festgestellt worden. Dies führte Mitwol auf die Ölverschmutzung von Gewässern zurück. Ausserdem sei der Boden um Förderstätten stark mit Öl verseucht. Der Lukoil-Konzern akzeptierte mehrere konkrete Umweltvorwürfe und kündigte eine sofortige Beseitigung der Schäden an.


Aktien verzeichnen trotzdem Aufwärtsschub
Die russische Börse liess sich durch die Nachricht nicht von ihrer positiven Einschätzung für Ölpapiere abbringen. Die Aktien des nach Fördermenge führenden russischen Ölkonzerns Lukoil lagen am Freitag kurz vor Börsenschluss um 2,6 Prozent über dem Vortagesergebnis.


Umweltschäden bestätigt
Die russischen Behörden haben angekündigt, bis Ende Oktober eine Entscheidung über das internationale Förderprojekt Sachalin-2 zu treffen. Westliche Umweltorganisationen hatten die von russischen Behörden angeprangerten Umweltschäden vor Ort auf der Insel nördlich von Japan bestätigt. Nach Einschätzung von Experten geht es Moskau jedoch auch darum, das ausländische Konsortium durch den angedrohten Lizenzentzug zur Aufnahme eines russischen Partners zu zwingen. (awp/mc/ab)

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