RWE-Aufsichtsrat billigt Thames Water-Verkauf

Der Käufer ist das Konsortium Kemble Water Limited unter Führung der australischen Bank Macquarie. Der zweitgrösste Energieversorger Deutschlands erwartet nach Informationen aus Finanzkreisen bei dem Geschäft einen Buchgewinn von deutlich über 500 Millionen Euro. Mit der Trennung vom grössten britischen Wasserversorger setzt RWE die Konzentration auf das lukrative Geschäft mit Strom und Gas fort.


Zustimmung der Kartellbehörden fehlt noch
Offen ist noch die Zustimmung der Kartellbehörden. RWE rechnet mit dem Abschluss der Transaktion bis Anfang Dezember. Obwohl RWE mit Thames Water stattliche Gewinne erzielte, hatte das Essener Unternehmen den Verkauf der britischen Tochter schon vor längerer Zeit angekündigt. Es folgte ein monatelanges Tauziehen mit möglichen Übernahmekandidaten.


Nicht genug Synergieeffekte zwischen Wasser- und Energiemarkt
«Das Wassergeschäft ist äusserst kapitalintensiv. Mit den Verkauf von Thames Water werden neue finanzielle Möglichkeiten zur Expansion im Kerngeschäft Energie geschaffen», sagte ein Konzernsprecher am Sonntag. Ausserdem habe es weniger Synergieeffekte als erwartet zwischen den Bereichen Wasser- und Energiemarkt gegeben.


Betriebsergebnis von 830 Millionen Euro
Thames Water hat in London und Umgebung mehr als acht Millionen Kunden. Der Umsatz lag im vergangenen Geschäftsjahr einem RWE- Sprecher zufolge bei umgerechnet 2,3 Milliarden Euro, das Betriebsergebnis betrug 830 Millionen Euro. Das Unternehmen mit Sitz in Reading bei London hat etwa 6.000 Beschäftigte und war 2.000 vom RWE-Konzern übernommen worden. Das Essener Unternehmen zahlte damals umgerechnet rund 11,2 Milliarden Euro einschliesslich der Übernahme von Verbindlichkeiten in Höhe von 4,1 Milliarden Euro.


Verkauft für 7,2 Milliarden Euro
Das Konsortium Kemble Water Limited zahlt den Angaben zufolge nun einen Kaufpreis von 7,2 Milliarden Euro und übernimmt 4,7 Milliarden Euro an Schulden. Die australische Bank Macquarie wird nach eigener Auskunft einen Anteil von elf Prozent an Thames Water übernehmen, der Rest verteilt sich auf die übrigen Investoren. (awp/mc/ab)

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