RWE: Thames Water muss mit Millionenstrafe rechnen

Auf die Tochter des Essener Versorgungskonzerns RWE kommen nach britischen Presseberichten vom Donnerstag möglicherweise Strafzahlungen von bis zu 140 Millionen Pfund (rund 203 Millionen Euro) zu. Das Unternehmen steht in der Kritik, weil wegen des veralteten Leitungsnetzes trotz Rekordgewinn und Preiserhöhungen jeden Tag riesige Wassermengen versickern.


200 Mio Euro Strafe mögliche
Die Entscheidung über eine Strafzahlung liegt bei der zuständigen Regulierungsbehörde Ofwat, die gegen zwei andere Wasserversorger bereits Strafen verhängt hatte. Der britische Umweltminister David Miliband rief die Behörde nach einem Bericht der «Financial Times» (Donnerstag) bereits auf, «weitere Schritte» zu prüfen. Möglich sind Strafzahlungen in Höhe von bis zu zehn Prozent des Umsatzes, woraus sich die Summe von mehr als 200 Millionen Euro ergibt. Die Entscheidung soll in den kommenden Wochen fallen.


900 Mio Liter Wasser versickern ungenutzt im Erdreich
Die RWE-Tochter mit insgesamt zwölf Millionen Kunden hatte am Mittwoch einen Rekordgewinn von umgerechnet 504 Millionen Euro vor Steuern ausgewiesen. Zugleich musste der Versorger zugeben, dass die Bemühungen um eine Sanierung des Leitungsnetzes nicht richtig vorankommen. Pro Tag versickern fast 900 Millionen Liter Wasser ungenutzt im Erdreich – eine Menge, mit der 344 grosse Schwimmbecken gefüllt werden könnten. RWE will Thames Water verkaufen. (awp/mc/ab)

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