Sanofi-Aventis bietet 18,5 Milliarden Dollar für Genzyme

Die Franzosen erklärten auch, mehr als die am Sonntag aufgerufenen 18,5 Milliarden Dollar seien nicht drin. Ob hier das letzte Wort allerdings gesprochen ist, bleibt offen. Aus den USA war am Sonntag erst einmal nichts zu hören. Zuletzt hiess es in zahlreichen Berichten, dass die Genzyme-Führung bis zu 80 Dollar je Aktie haben wolle.


Vergebliches Werben
Am Aktienmarkt wird bereits seit Anfang Juli über eine Offerte der Franzosen spekuliert. Seitdem steigt der Kurs der Genzyme-Aktie. Am Freitag schloss das Papier mit 67,62 Dollar nur knapp unter der jetzt bekannt gegebenen Offerte. Sanofi-Aventis hatte der Genzyme-Führung das Angebot bereits am 29. Juli unterbreitet, aber nicht öffentlich gemacht. Seitdem hat die Sanofi vergeblich versucht, das Management der Amerikaner zu Verhandlungen zu bewegen. Einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge will sich Genzyme auch andere Käuferkandidaten warmhalten.


Pharmaunternehmen unter Konsolidierungsdruck 
In der Vergangenheit hatten etwa GlaxoSmithKline, Johnson & Johnson sowie Pfizer mehr oder weniger offen Interesse an dem Biotech-Unternehmen signalisiert. Zu offiziellen Verhandlungen war es aber nie gekommen. Wegen auslaufender Patente und zunehmender Konkurrenz durch Nachahmerprodukte (Generika) stehen viele Pharmaunternehmen unter Konsolidierungsdruck ­ daher kam es in dieser Branche bereits in den vergangenen Jahren immer wieder zu Milliardenübernahmen.


Viehbacher sieht vielversprechende Möglichkeit
Zu den am meisten verkauften Produkten von Genzyme zählt ein Medikament gegen eine seltene genetische Krankheit, bei dem das Risiko eines Nachahmermedikamentes relativ gering wäre. Sanofi-Aventis-Chef Christopher Viehbacher betonte am Sonntag die Vorteile einer möglichen Übernahme. Eine Kombination der beiden Unternehmen biete eine vielversprechende Möglichkeit für beide Unternehmen und deren Aktionäre.


Sanofi-Aventis-Chef zuversichtlich
In der Übernahmeschlacht um Genzyme gibt sich die Sanofi-Führung optimistisch, als Sieger hervorzugehen. „Ich hoffe, mit den Aktionären von Genzyme ins Gespräch zu kommen und so auch einen Dialog mit dem Verwaltungsrat herstellen zu können“, sagte CEO Chris Viehbacher der französischen Tageszeitung „Le Figaro“ (Montag). Er sei zuversichtlich, was den weiteren Verlauf der Dinge angehe.  Die Aktie des französischen Pharmakonzerns legte nach Handelsbeginn um rund 0,7 Prozent zu.


Bislang keine Reaktion aus USA
Aus den USA hatte es am Sonntag zunächst keine Reaktion gegeben. Zuletzt hatte es in zahlreichen Berichten geheissen, dass die Genzyme-Führung bis zu 80 Dollar je Aktie haben wolle. Der Verwaltungsrat von Sanofi-Aventis hat Viehbacher jedoch empfohlen, nicht mehr als 70 Dollar pro Aktie zu zahlen. Viehbacher schloss am Sonntag auch ein offizielles feindliches Übernahmeangebot nicht aus. Bislang ist das Sanofi-Aventis-Angebot noch nicht verbindlich. (awp/mc/ps/01)

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