Saratz: Gegensätze, die sich anziehen


Neu (Ela Tuff) und alt (Chesa Nuova!), Architektur und Natur, Innovation und Tradition, stille Geniesser und lachende Kinder: Das Saratz vereinigt all diese Gegensätze zu einem unverwechselbaren Ferien- und Lebensgefühl.

Von Helmuth Fuchs

Geschichte atmet in leichter HülleDie Wurzeln der Familie Saratz sollen auf die Sarazenen zurückgehen, die bereits 1932 n.Chr. aus dem nordafrikanischen Raum in den Alpenraum vorstiessen und vermutlich auch ins heutige Pontresina (Pontem Sarasinam) kamen. Während eines ganzen Jahrhunderts bis in die 70-iger Jahre gehörte das Saratz zu den besten 5-Stern Hotels der Schweiz. Mangels Nachfolger wurde nach dem Rücktritt von Gian Pepi Saratz als Hoteldirektor der 4. Generation das Hotel 1973 an die Atlas-Gruppe verpachtet und als 3-Stern Betrieb geführt. Als 1995 diese Pacht auslief, übernahm die 5. Generation der Besitzerfamilie das Saratz wieder unter eigene Regie.

Mit dem festen Willen, neuen Glanz ins alte Saratz zu bringen und einer Investition von 22 Millionen Franken gelang ein kleines Wunder in Pontresina. Nach acht Monaten intensivster Bautätigkeit und der einzigen Saison ohne Hotelbetrieb in 130 Jahren, konnte das neue Saratz 1997 eröffnet werden.

Den Architekten Hans-Jörg Ruch (St. Moritz, leitender Bau-Architekt) und Pia Schmid (Zürich; Innenausbau, Farbkonzept) gelang der Spagat zwischen einem sorgfältigen Umgang mit dem Erbe und dem Schaffen von radikal Neuem.

Der alte Teil wurde sanft renoviert und muss seine Geschichte nicht verstecken. Holzböden dürfen knarren, Trophäen ihren Platz verteidigen.
Im neuen Teil werden dafür keine Wehleidigkeiten in Form von alten Versatzstücken geduldet. Beharrlich einfache Formen bestimmen das Ambiente.



Vom Bodensee in die Engadiner BergweltSeit dem 1. Mai 2003 waltet Daniel Füglister als Gastgeber (Hoteldirektor) im Saratz. Vom Bodensee, wo er das See & Parkhotel Feldbach sehr erfolgreich führte, übernahm er von Adrian Stalder das wieder erblühte 4-Stern Hotel. Beiden gemeinsam ist, dass sie Gastgeber aus vollem Herzen sind. So lässt es sich Daniel Füglister nicht nehmen, jeden Gast persönlich willkommen zu heissen und zu verabschieden. Die Kunden lohnen die Aufmerksamkeit, die ihnen im Saratz zuteil wird mit grosser Treue. Wer einmal im Saratz war, den zieht es wieder dahin.

In der Küche konnte durch den Zuzug von Valère Braun (zuletzt Quellenhof Bad Ragaz und La Terrasse Grand Hotel Jungfrau Victoria) ein siginfikanter Qualitätssprung erreicht werden. Heute wird mit einer unverkennbaren Lust an marktfrischen Gerichten gekocht und dem Gast jeden Tag eine Karte mit neuen Vorschlägen präsentiert.

Zahlreiche Bauprojekte stehen vor der unmittelbaren Realisierung, unter anderen wird der Wellnessbereich erweitert.



Der Gast im Zentrum eines kleinen UniversumsDie grosszügige Halle mit der grandiosen Panoramasicht drosselt jede Hektik, nimmt Allem die Dringlichkeit. Links die Wärme des offenen Chemineefeuers, rechts die unaufdringliche Gemütlichkeit des Empfangsbereiches. Sich setzen, eine Tasse Tee geniessen während die Formalitäten erledigt werden, das Gepäck wie von Geisterhand auf das Zimmer verschwindet. Dann die Zeitreise vom Jugendstil (Empfang) in die meditative Moderne der Ela Tuff (Neubau). Begleitet von der natürlichen Freundlichkeit des Personals kann man gar nicht anders, als sich wohl fühlen. Bau, Design, Personal, Küche, Szenerie: Das Wesentliche im Überfluss.



Die WunschlisteAlle Wünsche werden den Gästen im Saratz schon erfüllt und einen hab ich trotzem noch: Der Park des Hotels (35’000 m2) könnte eine Oase sein, der die architektonische Sprache aufnimmt und weiterführt. Ja, das wäre mit viel Arbeit verbunden und bräuchte einen Maître, wie in der Küche. Wer aber schon mal den Zauber eines chinesischen oder englischen Gartens geniessen konnte (auch im Winter) und dieses Bild in die Anlage des Saratz projiziert, dem tun sich nochmals Welten auf. Die Oase existiert, nächster Halt: das Paradi(e)s.


Ausführliches Gespräch mit Daniel Füglister 
Vom Bodensee in die Bergwelt des Engadins. Daniel Füglister, Hoteldirektor des Saratz, spricht im Moneycab Interview über seine Motivation und die Zukunftspläne für das «Vierstern Superior» Hotel. Weiter…
Das Moneycab Rating 
 Das Moneycab Rating stützt sich auf folgende Kriterien:1Persönliche Erfahrung der(s) Moneycab Testerin/Testers2Wertung der grossen Hotelführer3Wertung der grossen Restaurantführer4Zugehörigkeit zu führenden Hotelvereinigungen5Qualitätskontrollen führender Hotelvereinigungen 
Einfach Perfekt 
Sehr gut 
Gut 
Akzeptabel 
Nein, so nicht
Info & AdresseDas HotelKategorie4 SterneZimmer92Adresse7504 PontresinaTelefon +41 81 839 40 00Fax +41 81 839 40 [email protected] FüglisterGeöffnetMitte Dezember bis Mitte April
Mitte Juni bis Mitte Oktober
Die Preise*Zimmerpro NachtEinzel224 bis 344 FrankenDoppel280 bis 470 Franken*Preise inklusive Frühstück
Architektur & Design 


Sehr gelungene Symbiose von Alt und Neu. Neubau von 1997 durch die Architekten Hans-Jörg Ruch und Pia Schmid. Sorgfalt und warme Schlichtheit prägen den Neubau.
Sanfte Renovation des Altbaus. Schöne Jugendstilelemente. Führung & Personal 

Mit Daniel Füglister als Gastgeber an der Spitze wird eine unaufdringliche, herzliche Gastfreundschaft gelebt. Immer präsent, immer ein Lächeln, im glaubhaften Bestreben für den Gast das Beste zu bieten, leistet das Personal den wichtigsten Teil zum «Erlebnis» Saratz. Essen & Trinken 

Restaurant Saratz: Der 125-jährige Jugendstilssal bildet den prächtigen Rahmen für die leichte, mediterrane Küche, deren marktfrisches Angebot angereichert wird mit Engadiner Spezialitäten. Vor allem als Hotelgast isst man zu einem hervorragenden Preis/Leistungsverhältnis.

Trouvaille auf der Weinkarte: Cayas, Syrah du Valais von Jean-René Germanier (ein grosser Wein aus dem Wallis, wer hätte das gedacht).

Pitschna Scena: Multikulturelle Küche im lockeren Szenentreffpunkt. Beizenkonzerte jeweils Donnerstags, Essen wird serviert bis 02:00!
Umgebung & Freizeit 


Von zwei Dritteln der Zimmer im Saratz kann man die prächtige Aussicht ins Val Roseg geniessen. Eingebettet in einen 35’000 m2 grossen Park bietet das Hotel zahlreiche Freizeitmöglichkeiten (Aussenbad, Sand-Tennisplatz, Bocciabahn, Golf, Liegewiese, Kinderspielplätze und mehr). In wenigen Minuten Entfernung locken das mondäne St. Moritz, der Morteratschgletscher oder das Surferparadies am Silvaplanasee. Eigentlich genügt schon die Lage in der beeindruckenden Bergwelt des Engadins und der Charme des Saratz, um sich rundum zu verwöhnen.Oder wie Kurt Wanner es in seinem Buchtitel gefasst hat «Der Himmel schon südlich, die Luft aber frisch». 

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