SBB: 2,5 Millionen mehr Passagiere im „Schlüsseljahr 2004“

Noch ungelöst sind die Probleme der SBB-Pensionskasse. Sie könne für sein Unternehmen „ein existenzielles Problem“ werden, sagte SBB- Chef Benedikt Weibel am Dienstag vor den Medien in Zürich. Die Pensionskasse erlitt einen Verlust von 200 Millionen Franken, der Deckungsgrad sank von 94,9 auf 83,4% Ende 2004.


Gewinn deutlich über dem Vorjahr
Ohne die Rückstellungen von 150 Mio CHF für die Pensionskasse wäre 2004 ein Konzerngewinn von 192,6 Mio CHF Franken erzielt worden. Die verbleibenden 42,6 Mio CHF liegen noch immer deutlich über den 24,9 Mio CHF des Vorjahres.


Steigende Zahlen durchs Band
Beim Personenverkehr wurde der Gewinn von 93,4 auf 152,2 Mio CHF gesteigert. Insgesamt zählte die SBB im letzten Jahr 253,4 Mio Reisende, etwa 2,5 Mio mehr als im Vorjahr, wie Verwaltungsratspräsident Thierry Lalive d´Epinay ausführte. Auch die Zahl der Personenkilometer sei um 2% auf 12,6 Mrd gestiegen. Es gab laut Lalive d´Epinay sowohl mehr Stammkunden als auch mehr Gelegenheitsfahrer. Die Zahl der Generalabonnemente stieg von 264 000 auf 281 000. Auch seien mehr Einzelreisen-Billette verkauft worden. Namentlich der Verkauf von Billetten zum vollen Preise sowie von Erst-Klass-Billetten habe zugelegt.


Verlust beim Güterverkehr reduziert
Beim Güterverkehr wurde trotz grösseren Aufwendungen für den Auf- und Ausbau des Auslandgeschäftes in Deutschland und Italien der Jahresverlust deutlich reduziert. Nach Verlusten von 96,1 und 33,1 Mio in den Vorjahren betrug das Minus 2004 von SBB Cargo noch 2,8 Mio CHF.


Verlorene Marktanteile kompensiert
Die nach der Liberalisierung verlorenen 45% Marktanteile im alpenquerenden Transitverkehr durch die Schweiz seien durch Transportleistungen in Deutschland und Italien und einen Zuwachs im Binnengeschäft „mehr als kompensiert“ worden, sagte Lalive d´Epinay. „Erstmals seit einer Generation“ werde der Güterverkehr im 2005 einen Gewinn erwirtschaften, erwartet Benedikt Weibel.


Betriebsergebnis von SBB Immobilien gestiegen
Das Betriebsergebnis von SBB Immobilien stieg von 127,9 auf 144,3 Mio CHF. Stark ins Gewicht gefallen sei die Umsatzsteigerung um 13,2 Prozent bei den grossen sieben RailCity- Bahnhöfen.


Neubaustreckeneffekt von plus zwölf Prozent
Zufrieden ist Benedikt Weibel mit der Fahrgastentwicklung nach dem historischen Fahrplanwechsel vom 12. Dezember: In den sieben grössten Bahnhöfen seien die Kundenfrequenzen um gegen zehn Prozent angestiegen. In den Nonstopp-Zügen zwischen Zürich und Bern beobachtete die SBB laut Weibel einen „Neubaustreckeneffekt von plus zwölf Prozent“.


Neue Fahrplan sehr stabil
Der neue Fahrplan hat sich laut Weibel als sehr stabil erwiesen. Schnee und Eis hätten jedoch im Januar zu einem sprunghaften Anstieg der Störungen geführt. „Alles lässt sich aber nicht mit der Wetterlage erklären“, sagte der SBB-CEO.


Effizienteres Störungsmanagement angestrebt
Die SBB bemühe sich um ein effizienteres Störungsmanagement. Seit Jahren eine grosse Schwäche sei die Information der Passagiere bei Betriebsstörungen. Hier würden – auch mit mehr Personal – deutliche Verbesserungen angestrebt. (awp/mc/ab)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.