Scania begrüsst Rücknahme von MAN-Übernahmeangebot

Pressesprecherin Cecilia Edström sagte der dpa am Dienstag: „Es ist klar, dass wir diesen Schritt willkommen heissen. Immerhin haben 60 Prozent unserer Anteilseigner von Beginn an Nein zum Übernahmeangebot von MAN gesagt.“ Scania hatte die Offerte als feindlich eingestuft.  Über die von MAN nun angestrebten Gespräche mit dem Ziel eines freundlichen Zusammengehens meinte die Scania-Sprecherin: „Unser Aufsichtsrat hat immer gesagt, dass wir dem nicht negativ gegenüberstehen.“ Es müsse aber die „langfristige industrielle Logik“ einer möglichen Zusammenarbeit zum Tragen kommen. Dabei hätten ja auch die bei Scania vertretenen Gewerkschaften auf langfristige Jobgarantien bei MAN als gravierendes Hindernis hingewiesen.


Rückzug der Offerte
Der Nutzfahrzeuge- und Maschinenbaukonzern MAN will sein milliardenschweres Übernahmeangebot für den schwedischen Konkurrenten Scania zurückziehen. Die Kombination mit Scania könne nicht mit dem gegenwärtigen MAN-Angebot erreicht werden, teilte die MAN AG am Dienstag in München mit.  Gespräche mit den Scania-Aktionären Volkswagen und Investor hätten gezeigt, dass eine industrielle Logik in einem Zusammenschluss zwischen MAN, Scania und dem Geschäft mit schweren Lastwagen von VW gesehen werde, hiess es.


Börsenaufsicht um eine Zustimmung zur Rücknahme gebeten
MAN werde die schwedische Börsenaufsicht um eine Zustimmung zur Rücknahme der 10,3 Milliarden Euro schweren Offerte bitten, hiess es weiter. Die Annahmefrist für die Offerte läuft noch bis 31. Januar. Die beiden Scania-Grossaktionäre Investor AB und Volkswagen haben das Angebot aber bereits abgelehnt. Es sei inzwischen sicher, dass die angestrebte Annahmequote von 90 Prozent nicht erreicht werden könne, hiess es nun aus München. MAN werde das Angebot daher nicht mehr nachbessern.


„Freundliche Kombination“ von MAN, Scania und der brasilianischen Lkw-Sparte von VW Stattdessen strebe MAN nun eine „freundliche Kombination“ von MAN, Scania und der brasilianischen Lkw-Sparte von VW an. Im Laufe des Jahres 2007 sollten hierzu weitere Gespräche geführt werden. Eine solche Dreierallianz hatte im vergangenen Jahr bereits der damalige VW-Chef und Scania -Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Pischetsrieder ins Gespräch gebracht. (awp/mc/gh)

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