Schindler muss im ersten Quartal Federn lassen

Mit Hilfe von Restrukturierungen soll die Fahrt wieder nach oben gehen. Der Gesamtkonzern erwirtschaftete einen um 10,2% geringeren Umsatz von 2’996 Mio CHF. Der Auftragseingang sank um 15,9% auf 3’017 Mio CHF. Per 31. März lag der Auftragsbestand bei 6’838 Mio CHF, gegenüber 6’396 Mio CHF zum Jahresende 2008, wie Schindler am Dienstag mitteilte.


Einmaleffekt stützt Gewinn
Die Gewinnzahlen profitierten allerdings von einem Erlös nach Steuern von 31 Mio CHF, der durch den Verkauf von Grundstücken entstand. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT legte in der Folge um 22,2% auf 259 Mio CHF zu, die EBIT-Marge verbesserte sich auf 8,6 (6,4)%. Der Reingewinn nach Minderheiten sank auf 148 (159) Mio CHF.


Negative Währungseinflüsse
Wegen der Abwertung des Frankens hätten sich die per Ende 2008 unrealisierten Gewinne auf operativen Währungsabsicherungen per Quartalsende stark reduziert und das Finanzergebnis mit rund 30 Mio CHF belastet. Die Währungskontrakte seien mehrheitlich noch offen. In der Vorjahresperiode war das Finanzergebnis stark positiv.


Umsatz über Erwartungen
Damit hat Schindler die Erwartungen der Analysten beim Umsatz und EBIT übertroffen, beim Reingewinn verfehlt. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 2’983 Mio CHF; für den EBIT bei 238 Mio CHF und für den Reingewinn vor Minderheiten bei 167 Mio CHF.


Auftragsbestand im Aufzugsgeschäft 13,9 Prozent unter Vorjahr
Im Kerngeschäft mit Aufzügen und Fahrtreppen sank der Umsatz um 4,4% auf 1’952 Mio CHF. Der Auftragseingang lag 13,9% tiefer als in der Vorjahresperiode bei 1’990 Mio CHF. Zu diesem Rückgang habe vor allem die Marktschwäche bei den Neuanlagen in Spanien, Grossbritannien und den USA beigetragen. In mehreren anderen Märkten sei ebenfalls ein rückläufiger Auftragseingang verzeichnet worden, allerdings in kleinerem Ausmass. Bei den Modernisierungen konnte der Auftragseingang auf Vorjahresniveau gehalten werden.


Also mit Mini-Gewinn
Das EBIT bei den Aufzügen und Fahrtreppen legte dagegen um 24,5% auf 254 Mio CHF zu. Dazu trug insbesondere der Verkauf von Grundstücksanteilen in Pratteln von 39 Mio CHF bei. Unter Ausklammerung dieses einmaligen Buchgewinnes konnte das Betriebsergebnis um 5,4% verbessert und eine EBIT-Marge von 11,0% erreicht werden (Vorjahresperiode 10,0%). Die Schindler-Tochter Also hatte bereits am Montag Zahlen vorgelegt und einen Umsatz von 1’044, einen Betriebsgewinn von 13 und einen Reingewinn von 5 Mio CHF gemeldet.


Schindler sieht sich gut positioniert
Der Gesamtkonzern sieht sich aufgrund des Auftragsbestandes von 6’751 Mio CHF und der operativen Fortschritte des Aufzugs- und Fahrtreppengeschäft gut positioniert. «Ich gehe davon aus, dass die Auftragseingänge im Verlauf des Jahrs weiter zurückgehen werden», sagte Unternehmenssprecher Riccardo Biffi im Gespräch mit AWP. Schindler prüfe, ob und wo Anpassungen an ein verändertes Nachfrageverhalten notwendig sind. Kapazitätsanpassungen oder Kurzarbeit seien dabei Teil der Überlegungen, so Biffi. «Wir müssen uns derzeit Markt für Markt anschauen.»


2009: Konzerngewinn auf Vorjahresniveau erwartet
Unter Ausklammerung nicht vorhersehbarer Ereignisse geht Schindler davon aus, dass es 2009 gelingen wird, den Konzerngewinn vor rezessionsbedingten Restrukturierungskosten auf Vorjahresniveau zu halten. Diese Kosten werden zurzeit auf rund 100 Mio CHF geschätzt. «Das kann jedoch noch nach oben oder unten gehen», so Biffi. Rückstellungen seien noch keine gebildet worden. (awp/mc/ps/03)

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