Sorgenbarometer: Arbeitslosigkeit macht weiterhin am meisten Sorgen


Die Arbeitslosigkeit bereitet den Schweizerinnen und Schweizer immer noch am meisten Sorgen. Gemäss einer Umfrage für das Sorgenbarometer 2004 steht die Angst um den Arbeitsplatzverlust bei 69 Prozent der Befragten an erster Stelle.

Gegenüber der letztjährigen Befragung haben sich die vier Hauptängste sowie deren Reihenfolge nicht geändert. Hinter der Arbeitslosigkeit sind es die Gesundheit, die Altersvorsorge und die Flüchtlinge, welche die Schweizerinnen und Schweizer im laufenden Jahr am stärksten beschäftigen.

In den letzten vier Jahren fast verdoppelt
Geändert hat sich allerdings die Gewichtung der einzelnen Problemkreise. Mit 69 Prozent wurde die Arbeitslosigkeit von 2 Prozent der Befragten mehr als Besorgnis dargestellt, als Ende 2003. Damit hat sich diese Zahl in den letzten vier Jahren fast verdoppelt. Bei der Umfrage 1995 hatte dieser Wert bereits einmal 70 Prozent betragen.

Abschwächung der Ängste bezüglich Gesundheit
Demgegenüber schwächten sich die Ängste bezüglich Gesundheit (von 63 auf 56 Prozent) und Altersvorsorge (von 59 auf 49 Prozent) deutlich ab. Stärker gewichtet als 2003 wurde der Bereich Flüchtlinge und Asylwesen. Letztes Jahr waren es 36 Prozent der Befragten, die darin ein Problem sahen, dieses Jahr wurde dieses Thema von 45 Prozent der Befragten erwähnt.

Armut an fünfter Stelle
Die neue Armut – letztes Jahr mit 27 Prozent an fünfter Stelle, rutschte mit 22 Prozent auf Platz acht ab – auf gleiche Höhe wie die soziale Sicherheit. Noch vor die neue Armut und die soziale Sicherheit schoben sich die Sorgen über die Bundesfinanzen (26 Prozent), die Ausländer (24) und die persönliche Sicherheit (23).

34 Prozent bezeichnen ihre derzeitige Lage als passabel
Einen Unterschied machen die Befragten bezüglich der Wahrnehmung ihrer eigenen Wirtschaftslage und der allgemeinen Wirtschaftslage. Die eigene wirtschaftliche Situation wird mehrheitlich als gut beurteilt: 34 Prozent bezeichnen ihre derzeitige Lage als passabel, 42 Prozent als gut, 14 Prozent sogar als sehr gut. Für die kommenden Monate werden keine grundlegenden Veränderungen erwartet.

Pessimistischere Beurteilung der allgemeinen Wirtschaftslage
Die allgemeine Wirtschaftslage wird dagegen deutlich pessimistischer beurteilt. 23 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich die Wirtschaftslage innert Jahresfrist verschlechtert. Die Beurteilung der allgemeinen Wirtschaftslage beeinflusst wiederum die Einschätzung anderer Probleme.

Stolz bis sehr stolz
In einer Zusatzbefragung wurde dieses Jahr erstmals die Schweizer Identität untersucht. Insgesamt 73 Prozent der Befragten sind eher stolz bis sehr stolz auf ihr Land. Ein Drittel der Befragten sieht die Schweiz in erster Linie als Hort der Sicherheit und des Friedens. Rund zwei Drittel gehen aber davon aus, dass das politische System der Schweiz gründliche Reformen braucht.

1’000 Stimmberechtigte befragt
Das am Montag veröffentlichte Sorgenbarometer 2004 wurde vom Forschungsinstitut gfs.bern im Auftrag des Magazins „Bulletin“ der Credit Suisse erstellt. Zu diesem Zweck wurden im September 1’000 Stimmberechtigte befragt. Das Sorgenbarometer gibt es seit 1976. (awp/mc/gh)

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