S&P: Europa wird am meisten vom Abschwung in USA betroffen sein

Dies zeige sich zum einen an der anziehenden Inflation aufgrund steigender Preise für Öl und andere Verbrauchsgüter, sagte Europa-Chefökonom Jean-Michel Six am Donnerstag. Auch die Entwicklung des Dollarkurses zum Euro sei ein starkes Indiz. Asiatische Währungen (ohne Japan) hätten sich zum Dollar kaum bewegt. Für das zweite Quartal 2008 sei ein Kurs von 1,55 US-Dollar je Euro zu erwarten. Danach dürfte sich der Kurs bei etwa 1,45 Dollar einpendeln.


Abrupte Straffung der Vergabekriterien in der Eurozone
Aus der jüngsten Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Kreditvergabepraxis gehe eine abrupte Straffung der Vergabekriterien in der Eurozone hervor. Dies gehe einher mit einer spürbaren Verlangsamung der Ausleihungen an Unternehmen und Haushalte. Die Studie bestätige auch eine verringerte Nachfrage nach Wohnungsbaudarlehen. Ausserdem zeige die Umfrage, dass die Bereitschaft der Banken zur Immobilienkreditvergabe aufgrund höherer Kosten und einer allgemeinen Verschlechterung der konjunkturellen Aussichten beeinträchtigt sei. Die straffere Kreditvergabe dürfte aus Sicht von S&P auf den Geschäftsinvestitionen – einem wesentlichen Faktor im derzeitigen Aufschwung in Europa – lasten, insbesondere wenn die Wirtschaft Zeichen einer Verlangsamung zeige. Auch die Immobilienmärkte könnten davon betroffen sein.


Europäische Zentralbanken in schwieriger Position
Die europäischen Zentralbanken seien durch die Risiken einer höheren Inflation bei gleichzeitig niedrigerem Wachstum in einer schwierigen Position. Die Ratingagentur erwartet, dass die europäischen Zentralbanken ihre Geldpolitik in 2008 weniger restriktiv ausrichten werden. Für das zweite Halbjahr 2008 sei vor diesem Hintergrund eine Zinssenkung der EZB zu erwarten. (awp/mc/gh)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.