S&P: Markt für Islamic Bonds auf dem Weg der Erholung

von Gérard Al-Fil
Das «schwierige wirtschaftliche Umfeld und eine in den arabischen Golfstaaten ausbleibende Liquidität» löste laut S&P-Kreditanalyst Dr. Mohammed Damak das rückgängige Marktvolumen bei Sukuk aus. Sukuk zahlen keine Zinsen aus, weil sie der Koran verbietet. Vielmehr beteiligen sie Investoren an Gewinnausschüttungen, die ein zugrunde liegendes Anlageobjekt abwirft, wie z. B. an Mieteinnahmen aus Immobilienprojekten.


Potenzial und ein paar Hürden
Grösste Emittentin blieb in besagtem Zeitraum Malyasia mit einem Anteil von 45 Prozent, gefolgt von Saudiarabien mit 22 Prozent. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) fielen laut Damak am stärksten zurück. Dennoch sieht der Analytiker Licht am Horizont. «Derzeit befinden sich Islamic Bonds in Höhe von 50 Mrd. Dollar in der Pipeline», sagt Damak bei S&P in  Paris. Diese Summe ergibt sich zumindest aufgrund von Ankündigungen staatlicher, parastaatlicher und privater Emititenten. «Haupthindernisse für mehr Islamic Bonds sind eine fehlende Standardisierung und der wenig liquide Sukuk-Markt, der es Anlegern kaum gestattet, in ökonomischen Phasen des Abschwungs ihre Titel schnell zu veräussern», erklärt Damak.


Sukuk-Roadshow in der Schweiz
Der jüngste Sukuk wurde von der Islamischen Entwicklungsbank (IDB) in Dschiddah, Saudiarabien, angekündigt. Die IDB, die Projekte in 56 muslimischen Staaten in ihrem Portefeuille betreut, wird für 1,5 Mrd. Dollar islamische Anleihen begeben. Für eine erste Tranche von 500 Mio. Dollar ist ein Team der IDB am Miittwoch zu einer weltweiten, siebentägigen Roadshow aufgebrochen. Zu den betreuenden Banken zählen HSBC, Deutsche Bank AG, BNP Paribas, CIMB (Malaysia) und die Brunei Islamic Bank. Auch in der Schweiz wird das Sales-Team um Investoren werben. Die IDB wurde am 28. August 2009 von S&P erneut mit der höchsten Bonitätsstufe ?AAA? bewertet.

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