Studie: Nestlé gilt als innovativstes Schweizer Unternehmen

Den ersten Platz von insgesamt 790 Unternehmen in der Rangliste belegt Nestlé zusammen mit Nespresso, gefolgt von Swatch und Logitech. Migros erlangt als erstes, fast ausschliesslich in der Schweiz tätiges Unternehmen, Platz vier. Befragt wurden 220 CEO?s und Geschäftsbereichsleitende in der Schweiz, wie die Universität St. Gallen (HSG) in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt.


Innovationskraft: CH-Firmen international im Hintertreffen
Dass Schweizer Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen im In- und Ausland einen ausgezeichneten Ruf geniessen, zeigte bereits «Swissness Worldwide»; eine Studie, die die Universität St.Gallen (HSG) in Zusammenarbeit mit htp St.Gallen und McCann Erickson 2008 erstellte. Hinsichtlich der Innovationskraft liegen Schweizer Unternehmen in der Wahrnehmung gegenüber Firmen aus Japan, Deutschland und den USA aber im Hintertreffen. Das Innovations-Ranking des Center for Innovation der HSG und der htp St.Gallen soll die Kommunikation von Innovatität stärker in den Fokus von Schweizer Unternehmern rücken.


Produkte, Geschäftsprozesse und Nachhaltigkeit als Innovationskategorien
In der Befragung zeigte sich, dass die genannten Unternehmen fast alle aufgrund Ihrer Produkte als innovativ wahrgenommen werden. Zudem werden Schweizer Unternehmen oftmals aufgrund ihrer Geschäftsprozesse, Nachhaltigkeit sowie Geschäftsmodelle als innovativ angesehen. «Innovation» ist in der Schweiz stark technisch und organisatorisch geprägt. Kundenerlebnisse und Dienstleistungen stehen der Befragung zufolge in der Schweiz noch (zu) selten im Mittelpunkt von Neuerungen.


Nestlé profitiert von Marke Nespresso  
Nestlé ist im weltweiten Innovationsranking 2009 von BCG und Business Week mit Platz 38 das innovativste Schweizer Unternehmen. Das Schweizer Ranking spiegelt diese Aussenwahrnehmung wider. Nestlé wird vor allem aufgrund ihrer Produkte, der verfolgten Geschäftsmodelle sowie des Kundenerlebnisses als innovativ bewertet. Sie profitiert dabei insbesondere auch von der Marke Nespresso. Platz zwei belegt mit Swatch der «Retter» der Schweizer Uhrenindustrie. Sie steht ebenfalls für inno-vative Produkte, Geschäftsmodelle und Kundenerlebnisse.


Logitech nur bedingt als CH-Unternehmen wahrgenommen
Logitech auf Platz drei des Rankings wird ausschliesslich für ihre Produkte wahrgenommen. In einem international schwer umkämpften Markt sticht Logitech in hoher Kadenz mit echten Innovationen wie auch stetigen Produktverbesserungen heraus. International wird Logitech allerdings nur bedingt als Schweizer Unternehmen wahrgenommen.


Migros gilt auch hinsichtlich Nachhaltigkeit als innovativ
Die Migros auf Platz vier ist das erste Unternehmen innerhalb des Rankings, das auch hinsichtlich Nachhaltigkeit als innovationsstark beurteilt wird. So wurde die Migros auf dem World Retail Congress 2009 in Barcelona neben ihrem allgemeinen Engagement beispielsweise offiziell zum nachhaltigsten Grossverteiler der Welt gekürt. Bei der positiven Wahrnehmung der Migros spielte insbesondere die Innovationskraft der Tochter LeShop eine wichtige Rolle.


Car-Sharing Mobility gut platziert  
Nicht nur Grossunternehmen werden als innovativ empfunden: Der Automobilverleih Mobility nimmt zum Beispiel Platz 15 ein. Der Online-Terminkoordinationsdienst Doodle liegt in der IT-Branche knapp hinter der Swisscom. Im Bereich Detailhandel liegt Digitec gleich hinter Migros und Coop.


Innovativität auch kommunizieren
Fazit der Befragung: Damit ein Unternehmen als innovativ wahrgenommen wird, reicht es in der Regel nicht aus, exzellente Innovationen hervorzubringen. Die Innovativität muss auch kommuniziert werden. Es gilt, in den Köpfen der Kunden, Zwischenhändler, Zulieferer, Kooperationspartner und auch innerhalb des Wettbewerbs, ein Innovationsimage aufzubauen.


Nachhaltigkeit wird honoriert
Nicht die Anzahl von Innovationen ist entscheidend für die positive Wahrnehmung. Hoch eingestuft werden vielmehr deren Relevanz und ihr Innovationsgrad. Unternehmen, die eine «wirklich innovative Idee» über Jahre konsequent verfolgen, werden demzufolge eher als innovativ beurteilt, als Firmen, die laufend kleine Neuerungen und Verbesserungen anbieten. 


Regelmässige Messung von Innovation als Ansporn
Das Innovationsranking soll in den nächsten Jahren regelmässig erhoben werden. Damit wird für die Schweiz eine «Währung» für die Vermarktung und Kommunikation innovativer Leistungen geschaffen. Da auch bei Innovationen «only what gets measured gets managed» («nur was gemessen wird, wird auch umgesetzt») gilt, soll das jährliche Ranking Unternehmen motivieren, sich verstärkt mit der Kommunikation von Innovationsfähigkeit auseinander zu setzen.


Diskussion auf Konferenz
Konsequenzen des Rankings sowie Erfolgsbeispiele für die gute Kommunikation von Innovationen werden an der Konferenz «Swiss Brands» am Dienstag, 9. Juni 2009, im Zürcher Kongresshaus vor-gestellt und diskutiert. (hsg/mc/ps)

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