Swiss Re mit Gewinnhalbierung 2. Quartal – Kauf der Lebensversicherung von Barclays

Der Rückversicherer bestätigte trotz der schwierigen Marktbedingungen seine Zielvorgaben über den Versicherungszyklus. Der Reingewinn belief sich im zweiten Quartal auf 564 (VJ 1’194) Mio CHF. Je Aktie ergibt sich ein Gewinn von 1,70 (3,50) CHF, wie Swiss Re am Dienstagmorgen mitteilt. Das Eigenkapital sank gegenüber dem ersten Quartal um 8% auf 25,6 Mrd CHF; die Eigenkapitalrendite wird auf Jahresbasis mit 8,5 (VJ 15,9)% ausgewiesen. Die verdienten Prämien sanken um 23% auf 6’114 (7’955) Mio CHF.


Analysten-Erwartungen knapp verfehlt
Swiss Re hat mit den Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten nicht ganz erfüllt. Im Vorfeld wurde mit einem Reingewinn von durchschnittlich 673 Mio CHF (AWP-Konsens) und verdienten Prämien von 6’593 Mio CHF gerechnet.


«Hervorragende» Performance von Property & Casualty und Life & Health
Swiss Re sei nach wie vor stark kapitalisiert und verfüge über eine Kapitalausstattung, die deutlich über den Anforderungen für das AA-Rating liegt, schreibt das Unternehmen weiter. CEO Jacques Aigrain weist zudem auf die weiterhin «hervorragende» Performance von Property & Casualty und Life & Health hin. Dies zeige, dass Swiss Re auch unter schwierigen Marktbedingungen gute operative Erträge erzielen könne, wird der CEO in der Mitteilung zitiert.


Nichtleben-Bereich mit 29 % weniger verdienten Prämien
Im Bereich Property & Casualty (Nichtleben) verschlechterte sich der Schaden-Kosten-Satz (Combined Ratio) auf 92,3 (90,6)%. Dank der Fokussierung auf Qualität im Underwriting und trotz einer verringerten Allokation von Anlageerträgen sei noch ein operatives Ergebnis von 826 (1’637) Mio CHF erzielt worden. Die verdienten Prämien gingen um 29% auf 3’452 (4’843) Mio CHF zurück.


Life & Health: Verbesserter Mortalitäts- und Morbiditätsverlauf
Im Bereich Life & Health stieg das operative Ergebnis um 1% auf 557 (553) Mio CHF. Das Segment habe von einem stark verbesserten Mortalitäts- und Morbiditätsverlauf profitiert, heisst es. Dagegen wurde das Admin Re-Geschäft im Vergleich zum ersten Quartal 2008 durch die Anlageperformance belastet. Die verdienten Prämien gingen um 14% auf 2’662 (3’112) Mio CHF zurück.


Financial Markets: Umlaufrendite von 5, 2%
Bei Financial Markets erzielte Swiss Re ohne die in den Run-off überführten SCDS eine Umlaufrendite von 5,2%. Die Anlagerendite auf Jahresbasis belief sich für das Berichtsquartal auf 3,0 (5,2)%. Der Rückgang der Anlagerendite sei vor allem auf die Hedging-Programme der Gruppe zurückzuführen, so die Mitteilung. Das Anlageportefeuille der Gruppe weise weiterhin eine hohe Qualität und nur geringfügige Wertminderungen von 175 Mio CHF auf.


Zielvorgaben bestätigt
Swiss Re hält an ihren Zielvorgaben eines Gewinnwachstums je Aktie von 10% und einer Eigenkapitalrendite von 14% über den gesamten Zyklus fest. Der Rückversicherer erwartet eine steigende Nachfrage nach Run-off-Lösungen im Leben- und Nichtlebenbereich. Dies werde es der Gruppe erlauben, das Admin Re-Geschäft in Grossbritannien und Nordamerika weiter auszubauen und in neue Märkte vorzustossen.


Übernahme der Lebensversicherungssparte von Barclays
In Grossbritannien übernimmt Swiss Re die Barclays Life Assurance Company Ltd zu einem Barpreis von 753 Mio GBP. Dabei gehen rund 760’000 Lebensversicherungs- und Vorsorgepolicen sowie Rentenversicherungsverträge mit einem Anlagevermögen von rund 6,8 Mrd GBP an Swiss Re. Die Transaktion werde sich positiv auf das Ergebnis auswirken – sowohl aus ökonomischer Sicht wie auch nach US GAAP.


Diese Übernahme habe auch keine Auswirkungen auf das bereits früher angekündigte Aktienrückkaufprogramm im Umfang von 7,75 Mrd CHF. Das Programm soll wie geplant bis April 2010 abgeschlossen werden. Bis dato habe Swiss Re 49% des Aktienrückkaufziels umgesetzt und sei somit dem Zeitplan voraus. (awp/mc/pg/03)

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