Swiss Re streicht weltweit rund 10 Prozent der Stellen

Bis Ende 2010 sollen die Betriebskosten um 400 Mio CHF gedrückt werden. Ein Element dieser Massnahmen ist der weltweite Stellenabbau. Er soll in den kommen zwölf Monaten über die natürliche Fluktuation, interne Wechsel, Frühpensionierungen aber auch Entlassungen vollzogen werden.


Auswirkungen auf Schweiz offen 
Wie stark die Schweiz vom Abbau betroffen ist, wollte Swiss Re noch nicht sagen. Zuerst würden die Betroffenen informiert, sagte eine Swiss-Re-Sprecherin am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Details zu einzelnen Standorten würden daher noch nicht genannt. In der Schweiz, wo Swiss Re rund 3’000 Mitarbeitende beschäftigt, wird parallel zur Information der Betroffenen ein Konsultationsverfahren mit den Sozialpartnern gestartet.


KV Schweiz: «Fantasieloser Alternative»
Von dieser Seite wurde am Donnerstag Kritik laut: Der Angestelltenverband KV Schweiz forderte Alternativen zum vorgeschlagenen Abbau, den er als «fantasielose» bezeichnet. So sollen etwa Pensen reduziert und neue Arbeitszeitmodelle eingeführt werden.


Rückbesinnung auf Kerngeschäft
Nach dem Milliardenverlust wegen Abschreibern auf neuartige Finanzprodukte und risikobehaftete Wertpapiere im letzten Jahr orientiert sich Swiss Re: Der Rückversicherer richtet seinen Fokus auf das profitable Kerngeschäft und will seine Kapitalausstattung stärken. Swiss Re wolle Kapital freisetzen und in Bereiche umschichten, die den grössten wirtschaftlichen Erfolg versprächen, hiess es. Zudem werde sich das Unternehmen darauf konzentrieren, die durch das Rückversicherungsgeschäft generierten Anlagen «umsichtig zu verwalten und die Risiken im Anlageportfolio weiter zu reduzieren».


Vereinfachung der Organisationsstruktur
Um Kosten zu sparen, will das Unternehmen die Organisationsstruktur vereinfachen und dadurch die betriebliche Effizienz steigern. Dabei wird unter anderem das globale Geschäftsstellennetz gestrafft. Die Geschäftsstellen sollen sich künftig auf die Betreuung ihrer Kunden beschränken; unterstützende Funktionen sollen an wenigen Standorten konzentriert werden. Mithelfen, Swiss Re wieder auf Kurs zu bringen, soll der neue operative Chef (COO), Agostino Galvagni. Der 49-Jährige tritt seine neue Aufgabe am 1. Mai an.


Neuer operativer Chef 
Der Italiener ist Leiter der Division Globals & Large Risks der Client Markets Function und gehört zur erweiterten Geschäftsleitung. Er arbeitet seit 1998 für Swiss Re, wo er auch für die Swiss-Re-Tochter Bayerische Rück tätig war. Galvagni ersetzt in der Funktion des COO Stefan Lippe, der Mitte Februar nach dem Rücktritt von Jacques Aigrain an die Konzernspitze aufgerückt war.


Aktie legt zu
An der Börse wurden der Stellenabbau und die Ernennung Galvagnis positiv aufgenommen. Die Aktie legte in einem freundlichen Markt deutlich zu. Bis um 11.30 Uhr gewinnen die Titel von Swiss Re 6,3% auf 20,60 CHF, derweil der Gesamtmarkt (SMI) um 2,66% zulegt. (awp/mc/ps/04)

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