Toyota: Weitere Millionenstrafe in USA

Die US-Behörden hatten dem Konzern vorgeworfen, die Probleme verschleiert zu haben. Die Untersuchungen des US-Verkehrsministeriums gegen Toyota werden mit der weiteren Zahlung durch das Unternehmen zwar eingestellt. Das gilt jedoch nicht für mögliche zivil- oder strafrechtliche Verfahren.


Probleme über Monate vertuscht
In einem Fall geht es um Probleme mit der Lenkung. Toyota hatte deswegen 2005 fast eine Million Fahrzeuge in den USA zurückrufen müssen. In dem anderen Fall ging es um rutschende Fussmatten, weswegen weitere etwa fünf Millionen Autos zurückgerufen werden mussten. Bereits zuvor hatte Toyota 16,4 Mio Dollar Strafe an die US-Regierung gezahlt, nachdem die US-Regierung Toyota vorgeworfen hatte, Probleme an Gaspedalen über Monate hinweg vertuscht zu haben.


11 Millionen Rückrufe innert Jahresfrist
Wegen diverser technischer Probleme hatte Toyota seit Herbst vergangenen Jahres weltweit mehr als 11 Mio Autos in die Werkstätten zurückgerufen, die meisten davon in den USA. Diese Aktionen schädigten den Ruf des grössten Autobauers der Welt. Toyota habe es versäumt, den US-Vorschriften zur Meldung von Sicherheitsmängeln an die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) nachzukommen, heisst es in einer Stellungnahme. US-Transportminister Ray LaHood sagte, sei erfreut, dass Toyota der Zahlung der höchstmöglichen Strafe zugestimmt habe. Er erwarte, dass Toyota in Zukunft kooperativ arbeiten werde, um die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten.


Toyota sucht «noch konstruktiveres Verhältnis mit NHTSA»
Diese Einigungen seien eine Gelegenheit, um zu einem «noch konstruktiveren Verhältnis mit der NHTSA» überzugehen und «noch mehr auf unsere Kunden zu hören und ihre hohen Erwartungen an Sicherheit und verlässliche Fahrzeuge zu erfüllen», sagte Steve St. Angelo, Qualitätschef bei Toyota in Nordamerika, in einer Stellungnahme. Unterdessen teilte der Mutterkonzern in Japan mit, 2011 mit der Marke Toyota 7,7 Mio Fahrzeuge weltweit absetzen zu wollen. Das wären 3% mehr als 2010. Dazu sollen vor allem Wachstumsmärkte wie China und Indien beitragen. Auf dem japanischen Heimatmarkt dürfte der Absatz demnach um 17% auf auf 1,3 Mio Autos zurückgehen, während der Verkauf im Ausland um 8% auf 6,4 Millionen Autos steigen soll. Für das laufende Jahr rechnet Toyota mit einem globalen Absatzzuwachs von 7% im Vergleich zum Vorjahr auf 7,48 Mio Autos.


Japan-Propduktion soll gedrosselt werden
Bei der Produktion strebt der japanische Branchenprimus global ebenfalls die Marke von 7,7 Mio Fahrzeuge an, ein Anstieg um ein Prozent im Vergleich zum laufenden Jahr. Im Ausland dürfte die Fertigung demnach um 6% auf 4,6 Mio Autos angekurbelt werden, während der Ausstoss in Japan um 5% auf 3,1 Mio Fahrzeuge gedrosselt werden soll. Für das ablaufende Jahr 2010 rechnet Toyota mit einem weltweiten Produktionszuwachs im Vergleich zum Vorjahr um 20% auf insgesamt 7,63 Mio Autos, hiess es. Zur Toyota-Gruppe gehören auch Daihatsu Motor und Hino Motors. (awp/mc/ps/01)

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