UBS-CEO Marcel Rohner erwartet Stabilisierung der Kreditkrise

Die Risikopositionen der UBS seien ’substanziell› kleiner geworden, sagt Rohner der ‹Handelszeitung›. «Wir glauben, dass unsere Bewertungen den gegenwärtigen Stress im Markt adäquat reflektieren.» Die Marktpreise für gefährdete Kredite würden extreme Erwartungen beinhalten, zeigte sich der UBS-CEO überzeugt. «Ich persönlich glaube, dass wir in den nächsten sechs Monaten sehr viel Klärung sehen werden.» Zwar könne man eine Verschlechterung nicht ausschliessen. «Eine Stabilisierung halte ich für wahrscheinlicher als Einbrüche wie wir sie in den Monaten August, Oktober und November gesehen haben.»


Keine verbindlichen Aussagen zu allfälligen weiteren Abschreibungen
Auf die Frage, ob die UBS keine weiteren grossen Abschreibungen mehr vornehmen wird, sagte Rohner: «Eine verbindliche Aussage in diese oder die andere Richtung kann dazu niemand machen». Nach den jüngsten Kapitalmassnahmen benötige die UBS aber nicht noch mehr Kapital, sagte der UBS-Lenker.


Mit Resultaten Vertrauen zurückgewinnen
Das Vertrauen der Investoren will die Grossbank durch Resultate zurückgewinnen. «Das ist das Einzige, das zählt», sagte Rohner. Wegen der Krise und der Verlangsamung der Wirtschaft sei es jedoch unwahrscheinlich, dass das Umfeld im Jahr 2008 mit 2006 oder den ersten Monaten 2007 vergleichbar sein werde.


Auf dem Weg zu alter Höchstform
Trotz der Milliardenabschreibungen glaubt Rohner, dass die UBS «sehr gut aufgestellt» ist. Auf die Frage, ob die UBS bald wieder zur alter Höchstform zurückkehren wird, meint er: «Ich bin überzeugt, dass wir auf dem Weg dorthin sind, ja.» Der Aktionär könne ein starkes Wachstum erwarten. «Ohne die Fehler negieren zu wollen, sehe ich keinen Grund, warum wir nicht mit Optimismus in die Zukunft gehen können.» Doch räumt Rohner ein, dass die Bank negative Kundenreaktionen erhalten hat.


Keine Gespräche mit neuen Aktionären
Nach dem Einstieg des Staatsfonds von Singapur und eines Investors aus dem Nahen Osten führe die UBS keine Gespräche mit neuen Aktionären, sagte Rohner. Die Kapitalerhöhung, über die auf der Generalversammlung am 27. Februar abgestimmt wird, bringe den bestehenden Aktionären zwar eine temporäre Verwässerung. «Doch wenn wir das zusätzliche Kapital später nicht genügend gewinnbringend in Wachstum einsetzen können, werden wir es an die Aktionäre zurückgeben.»


Keine Angst vor Sonderprüfung
Gegnern der Kapitalmassnahmen gibt der CEO zu bedenken: «Eine Ablehnung würde der UBS stark schaden.» Vor der von der Anlagestiftung Ethos angedrohten Sonderprüfung fürchte er sich nicht. «Die von der Eidgenössischen Bankenkommission verlangte Trennung zwischen Risikomanagement und Risikokontrolle war bei der UBS jederzeit gewährleistet.»


Eine Abspaltung des Investmentbankings kommt für ihn nicht in Frage. Unproduktive Kapazität werde abgebaut. «Wir werden auch künftig die Strukturen vereinfachen und effizienter machen.» Rohner werde ’so lange es nötig ist› Chef des Investmentbankings bleiben. «Es gibt keine zeitliche Vorgabe.» (awp/mc/pg)

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