UBS-Chef Grübel warnt vor zu strengen «Too-big-to-fail»-Regeln

Im Herbst wird sich das Parlament mit dem Thema befassen. Grübel rechnet damit, dass dadurch die Banken zu einer «fundamentalen» Umstellung gezwungen sein werden. Die Nationalbank habe zudem bereits erklärt, dass auch das Schweizer Geschäft der beiden Grossbanken schon sehr gross sei, sagte Grübel in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit dem «Tages-Anzeiger».


Verdoppelung des Eigenkapitals und Arbeitsplatzverluste
«Sie müssen sich eine mögliche Lösung so vorstellen, dass die Zweigestelle im Ausland künftig nicht mehr mit einer Garantie von der Schweiz rechnen dürfen, sondern dass wir Niederlassungen schaffen, die direkt mit Kapital ausgestattet werden müssen», sagte Grübel. Dies würde die UBS dazu zwingen, ihr Eigenkapital zu verdoppeln. Insgesamt bräuchten die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse gemäss Grübel etwa 100 Mrd CHF mehr Eigenkapital deswegen. Er rechne mit einer Übergangsfrist von etwa fünf Jahren, um die neuen Regelungen umzusetzen. Die Folgen: Weniger Renditen für die Bank, ein schwächeres Wirtschaftswachstum und der Verlust tausender Arbeitsplätze im Bankensektor, weil «sich für uns niedrigmargige Geschäfte nicht mehr lohnten».


Löhne der für die Bank wichtigen Mitarbeitenden höher denn je
Angesprochen auf die Spitzenlöhne der Banker, sagte Grübel: «Das ist nun seit dreissig Jahren ein Thema und wird es bleiben.» Verändert habe sich aber die Auszahlung: Heute würden Löhne vermehrt in Aktien ausbezahlt und über drei bis fünf Jahre zurückbehalten. Im internationalen Geschäft habe darum kaum jemand mehr als eine Million in bar erhalten. Dennoch seien gerade jetzt die Löhne der für die Bank wichtigen Mitarbeitenden höher denn je. «Im nächsten Boom verdienen auch die schlechten Leute wieder viel», sagte Grübel. Er selbst wolle an der Spitze der UBS bleiben, bis die Bank nachhaltig Profit erwirtschafte. «Da habe ich schon noch was zu tun. Aber vielleicht findet man einen Besseren.»


(awp/mc/hfu/05)

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