UBS, CS, Swiss Re und ZFS auf FSB-Liste

Dies geht aus einer Aufstellung hervor, die in der britischen Zeitung «Financial Times» (FT) vom Montag publiziert wurde. Auf der nicht veröffentlichten Liste figurieren 24 Grossbanken und sechs Versicherer, wie die FT schreibt. Das FSB verlangt demnach von den betroffenen Finanzkonzernen, Abwicklungspläne oder «Testamente» auszuarbeiten. Darin sollen die Institutionen darlegen, wie sie zerlegt werden können, wenn eine Krise sie in ihrer Existenz bedroht, wie die Zeitung schreibt. Die Pläne müssten bereits in sechs bis neun Monaten vorliegen.


Bundesrat bestellt Expertenkommission
In der Schweiz hat der Bundesrat Anfang November eine Expertenkommission bestellt, welche bis Herbst 2010 Vorschläge über den Umgang mit systemkritischen Schweizer Unternehmen vorlegen wird, deren Untergang die Volkswirtschaft bedrohen würde. Die Ideen der 14 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sollen Rettungsaktionen wie jene für die UBS künftig verhindern helfen.


Nachfolgeorganisation des Financial Stability Forum
Die Schweiz ist Mitglied im Financial Stability Board und wird dort von der Nationalbank und dem Eidg. Finanzdepartement vertreten. Das FSB wurde im Juni als Nachfolgeorganisation des Financial Stability Forum (FSF) ins Leben gerufen und ist in Basel angesiedelt. Es hat namentlich zum Ziel, die Stabilität und Widerstandsfähigkeit des internationalen Finanzsystems zu stärken. 


Deutschland: Deutsche Bank und Allianz im FSB-Fokus
Die Deutsche Bank und die Allianz rücken Presseberichten zufolge in den Fokus der neu ausgerichteten internationalen Finanzaufsicht. Der für diesen Zweck gegründete sogenannte Financial Stability Board (FSB) habe die beiden grössten deutschen Finanzunternehmen auf die Liste von Finanzkonzernen gesetzt, die über Ländergrenzen hinweg beaufsichtigt werden sollen, berichten «Financial Times» (FT) und «Financial Times Deutschland» (FTD) am Montag unter Berufung auf eine entsprechende Aufstellung. Die Aufseher gingen anders als die Versicherer selbst davon aus, dass auch diese Branche zu grossen Krisen der Finanzwirtschaft beitragen kann. Neben 24 Banken stehen den Berichten zufolge 6 Versicherer auf der Liste. Der weltgrösste Rückversicherer Munich Re sei nicht darunter.


Abwicklungspläne oder «Testamente» verlangt
«Die Allianz wurde nicht von dem FSB benachrichtigt», sagte ein Sprecher von Europas grösstem Versicherer. Das Unternehmen habe wie die Aufsicht ein Interesse daran, relevante Risiken und Aktivitäten zu erfassen. Laut Paul Tucker, der die FSB-Arbeitsgruppe zu grenzüberschreitendem Krisenmanagement leitet, müssen die Pläne schon in sechs bis neun Monaten vorliegen. (awp/mc/ps/03)

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