UBS: Moody’s senkt Ratings – Ausblick «negative»

Dies korrespondiere mit der Veränderung des Ratings für die nicht unterstützte Basislinie der Kreditwürdigkeit (BCA) auf «A3» von «A1», schreibt Moody’s in einem Kommentar am Mittwoch. Die Kurzfristratings wurden laut der Ratingagentur mit «Prime-1» bestätigt. Der Ausblick für alle UBS-Ratings sei negativ.


Anhaltende und erhebliche Herausforderungen
Die Herabstufung des BSFR um zwei Schritte begründete Moody’s mit den anhaltenden und erheblichen Herausforderungen sowohl im Investment Banking als auch im Wealth Management der UBS. So verwies die Ratingagentur auf das verlorene Vertrauen der Kunden. Dies habe zu einem deutlichen Abfluss von Kundengeldern in der Sparte Wealth Management sowie zum Verlust von wichtigen Angestellten insbesondere in der Sparte Fixed Income geführt. Es gebe zwar in beiden Bereichen erste Anzeichen eines Turnarounds, doch erwartet die Ratingagentur, dass die Herausforderungen nicht von kurzer Dauer sind.


Nettozuflüsse erst ab Mitte 2010 erwartet
Die Sparte Wealth Management sei fundamental für die Finanzstärke der UBS. Solange es der Bank nicht gelinge, das Kundenvertrauen zurückzugewinnen, werde das Wealth Management nicht zur früheren Profitabilität zurückkehren. Erst ab Mitte 2010 erwartet die Ratingagentur wieder Nettozuflüsse. Dies werde jedoch zunächst zu keiner Margenverbesserung im Wealth Management führen. Allerdings geht Moody’s weiter davon aus, dass die Vor-Steuer-Margen in den Sparten Wealth Management & Swiss Bank weiterhin oberhalb 25% bleiben werden.


Risiken durch mögliche Verluste im Legacy Portfolio
Im Investment Banking sieht Moody’s weiterhin Risiken durch Verluste im UBS-Legacy-Portfolio. Dies gelte, obwohl die UBS bereits einen grossen Teil ihres Legacy Portfolios an die Schweizerische Nationalbank ausgelagert hat. Zudem habe die in Zürich ansässige Bank weniger als Wettbewerber von der Erholung an den Kapitalmärkten profitiert.


Kundenvertrauen elementar
Den negativen Ausblick für das BSFR spiegelt laut Moody’s die Risiken wider, falls es der UBS nicht gelingen sollte, das Kundenvertrauen zurückzugewinnen und den Abfluss der Kundengelder zu stoppen bzw. die Profitabilität im Investment Banking zu steigern.


Verkauf oder Zerschlagung bei weiterer Staatshilfe?
Moody’s gehe angesichts der weiterhin hohen Bedeutung der UBS für das schweizerische Wirtschafts- und Finanzsystem davon aus, dass die Bank im Notfall weitere Unterstützung erhalten würde. Im Fall weiterer Staatshilfe drohe der UBS jedoch möglicherweise ein Verkauf oder eine Zerschlagung, schreibt die Ratingagentur. Deshalb sei der Ausblick für diese Ratings negativ. (awp/mc/pg/35)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.