US-Ausblick: Freundlich – Weitere Stabilisierung – Europa positiv

Die Auftragseingänge für langlebige Güter sind im Oktober überraschend gefallen, was von einem Börsianer als mögliches Rezessionssignal gewertet wurde. Vor weiteren Daten zum Häuser- und Ölmarkt am Nachmittag sowie dem Beige Book am Abend dürften sich die Anleger aber eher zurückhalten. Sorgen um die Kreditkrise in den USA hätten unterdessen erneute Nahrung erhalten, nachdem aus dem Finanz- und Immobiliensektor Wells Fargo und Freddie Mac nach Börsenschluss von umfangreichen Belastungen durch die Krise berichtete haben.


Der Future auf den S&P-500-Index gewann gegen 14.55 Uhr 1,14 Prozent auf 1.442,75 Punkte. Am Dienstag hatte sich der marktbreite Index um 1,49 Prozent auf 1.428,23 Zähler erholt. Der Future auf den Dow Jones Industrial gewann 0,90 Prozent auf 13.072 Zähler und der Future auf den NASDAQ 100 legte 1,72 Prozent auf 2.067,50 Punkte zu.


Die US-Bank Wells Fargo muss wegen der Kreditkrise weitere Abschreibungen vornehmen und will sich von ihren riksantesten Darlehen trennen. Im vierten Quartal werde eine Abschreibung in Höhe von 1,4 Milliarden Dollar verbucht werden, teilte die Bank am Vorabend nach Börsenschluss mit. Wells Fargo plant eigenen Angaben zufolge ein Portfolio mit den besonders riskanten Hypotheken im Wert von 11,9 Milliarden Dollar zusammenzustellen und abzustossen. Analysten fürchten allerdings noch weitere Abschreibungen.


Freddie Mac will sich durch den Verkauf von Vorzugsaktien im Wert von sechs Milliarden Dollar frisches Kapital beschaffen. Zugleich sei geplant, die Dividende zu halbieren, teilte der stark in Bedrängnis geratene US-Hypothekenaufkäufer ebenfalls nach US-Börsenschluss mit. Die Aktionäre sollen für das vierte Quartal eine Dividende über 25 Cent je Aktie erhalten – im dritten Quartal waren es noch 50 Cent gewesen. Der zweitgrösste Hypothekenaufkäufer der USA nach Fannie Mae hatte durch Kreditausfälle in der aktuellen Krise allein für das dritte Quartal einen Verlust von zwei Milliarden Dollar verzeichnet. Das Geld aus dem Aktienverkauf werde angesichts der bereits aufgelaufenen sowie der noch zu erwartenden Verluste durch die Immobilien- und Kreditkrise benötigt.


Nachrichten aus dem Einzelhandelssektor stimmten unterdessen laut Händlern positiv. Online-Händler hätten einen starken Start in die Einkaufssaison für Weihnacht gezeigt. Das berichtet der Internet-Marktforscher ComScore. Mit 733 Millionen Dollar habe der Online-Umsatz von Internethändlern wie Amazon.com am Montag um 21 Prozent über dem Vorjahr gelegen. (awp/mc/pg)

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