US-Ausblick: Gewinne – Merrill Lynch mit tiefroten Zahlen

Die Quartalsbilanz der US-Grossbank Merrill Lynch und die ersten an diesem Tag veröffentlichten Konjunkturdaten fielen recht desaströs aus. Die Zahl der Baugenehmigungen sank im Dezember auf das Jahr hochgerechnet um 8,1 Prozent und damit deutlich stärker als erwartet. Kurz nach Börsenstart wird noch der Philly-Fed-Index erwartet. Er gibt die Stimmung der Industrie in Philadelphia wieder und ist ein Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung der USA.


Der Future auf den Dow Jones legte gegen 14.45 Uhr um 0,31 Prozent auf 12.529 Punkte zu. Tags zuvor hatte der Leitindex vor allem unter negativen Nachrichten von Intel gelitten und nach einer Berg- und Talfahrt um 0,32 Prozent auf 12.460,71 Punkte nachgegeben. Der Future auf den S&P-500-Index stieg um 0,33 Prozent auf 1.380,75 Zähler. Der marktbreite Index hatte am Mittwoch 0,49 Prozent auf 1.374,17 Zähler verloren. Der Future auf den NASDAQ 100 gewann 0,37 Prozent auf 1.888 Zähler. Das technologielastige Börsenbarometer war am Mittwoch mit minus 1,37 Prozent auf 1.868,08 Punkte aus dem Handel gegangen.


Die Grossbank Bank Merrill Lynch teilte vor Börsenstart mit, wegen weiterer Milliarden-Abschreibungen im Zusammenhang mit der Kreditkrise auch im vierten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht zu sein. Unter dem Strich sei im fortgeführten Geschäft ein Verlust von 12,57 Dollar je Aktie entstanden. Im Vorjahr hatte die Bank noch einen Gewinn ausgewiesen. Von Thomson Financial befragte Analysten hatten mit einem weit geringeren Minus von 4,93 Dollar je Aktie gerechnet. Die Aktie fiel vorbörslich um 4,3 Prozent auf 52,70 Dollar.


Continental Airlines legte ebenfalls ihre Jahresbilanz vor und meldete einen Anstieg beim Vorsteuergewinn von 53 Prozent auf 566 Millionen Dollar. Der Umsatz legte von 13,1 auf 14,2 Milliarden Dollar zu. Advanced Micro Devices (AMD) und Xilinx werden an diesem Tag ebenfalls mit Zahlen erwartet.


In den Blick könnte auch die Aktie von Ventana Medical Systems rücken, denn der schweizerische Pharmakonzern Roche lässt in seinem Übernahmevorhaben um die US-Diagnostikfirma nicht locker. Roche hat seine Angebotsfrist erneut verlängert, nun bis zum 14. März. Die Konditionen und Bedingungen bleiben aber dieselben. Die Schweizer hatten am 27. Juni 2007 ein Kaufangebot von 75 US-Dollar in bar je Ventana-Anteilschein vorgelegt, das Ventana als zu niedrig zurückgewiesen hatte.


Decode Genetics könnten von einer negativen Studie belastet werden. Lehman Brothers senkte die Aktie von «Equal-weight» auf «Underweight» und das Kursziel von 3,30 auf 2,20 Dollar. Die Aktie gab vorbörslich leicht nach.


Die Titel der IT-Branche könnten von einer Studie des Marktforschungsinstituts Gartner bewegt werden: Der Markt für Personal Computer (PC) ist im vergangenen Jahr laut Gartner weltweit um 13,4 Prozent gewachsen. Insgesamt seien 271,2 Millionen PC ausgeliefert worden, teilte Gartner am Donnerstag mit. Im vierten Quartal wurden mit 75,9 Millionen PC 13,1 Prozent mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum. (awp/mc/gh)

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