US-Ausblick: Leichte Verluste – Arbeitsmarktdaten, Motorola

Der Arbeitsmarktbericht sei zwar sehr stark ausgefallen, doch die gestiegenen Stundenlöhne würden erneut Sorgen vor Leitzinsanhebungen schüren, sagten Händler. Unterstützung für den Markt komme zudem vom stark gesunkenen Ölpreis. Die Zahl der Beschäftigten (ohne Landwirtschaft) in den USA stieg im Vergleich zum Vormonat um 167.000. Von AFX News befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt mit 120.000 neuen Stellen gerechnet. Die durchschnittlichen Stundenlöhne erhöhten sich zugleich um 0,5 Prozent. Hier hatten die Experten mit plus 0,2 Prozent gerechnet. Der Ölpreis hielt sich auf niedrigem Niveau. In der Nacht zum Freitag war er zeitweise auf den tiefsten Stand seit Mitte 2005 gefallen.


Der Future auf den SP-500-Index dämmte seine Verluste bis 14.40 Uhr etwas ein und fiel um 0,34 Prozent auf 1.422,70 Punkte. Am Vortag hatte der Index 0,12 Prozent auf 1.418,34 Punkte gewonnen. Der Future auf den NASDAQ 100 verlor 0,36 Prozent auf 1.805,75 Zähler. Am Donnerstag hatte der technologielastige Auswahlindex um 1,91 Prozent auf 1.792,91 Zähler zugelegt.


Die nach unten revidierten Umsatz- und Gewinnprognosen des Telekomausrüsters Motorola liessen die Aktie vorbörslich um 10,17 Prozent auf 18,46 US-Dollar einbrechen. Motorola hat im vierten Quartal nach vorläufigen Zahlen wegen eines unerwartet schwachen Ergebnisses im Handy-Geschäft seine eigene Prognose verfehlt. Analysten verwiesen kritisch darauf, dass der Absatz von Billighandys zugenommen habe, während die Nachfrage nach UMTS-Handys weiter unbefriedigend sei.


Der Pharmakonzern Eli Lilly will sich im Streit um Diabetes-Risiken beim Einsatz seines Psychopharmakums Zyprexa mit weiteren Geschädigten gütlich einigen. Dabei gehe es um 18.000 Schadensfälle, für die weniger als 500 Millionen Dollar aufgewendet würden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Indianapolis mit. Die Geschädigten werfen Eli Lilly vor, nicht hinreichend vor einem erhöhten Diabetesrisiko bei dem gegen Psychosen eingesetzten Präparat gewarnt zu haben.


Positive Neuigkeiten gab es dagegen von Genentech , deren Aktie vorbörslich um 0,24 Prozent auf 84,23 Dollar gewann: Die Tochter des Schweizer Pharmakonzerns Roche hat bei neuen Tests ihres Krebsmedikaments Pertuzumab offenbar keine Rückschritte verzeichnet. In einer Phase-II-Studie seien keine neuen Nebenwirkungen aufgetreten, teilte Genentech am Donnerstagabend in San Francisco mit, ohne Einzelheiten zu nennen.


Eine negative Studie von JP Morgan belastete die Aktie von Dell Computer vor Börsenstart und drückte sie um 2,02 Prozent auf 25,71 Dollar ins Minus. Die Experten senkten ihre Einschätzung von „Neutral“ auf „Underweight“ und schrieben, sie würden Hewlett-Packard (HP) bevorzugen.


Exxon-Mobil-Papiere fielen nach einer Abstufung durch Lehman Brothers vorbörslich um 0,88 Prozent auf 72,08 Dollar. Die Analysten senkten die Aktie der Ölgesellschaft aus Bewertungsgründen von „Overweight“ auf „Equal-weight“. Analyst Paul Cheng bevorzugt ChevronTexaco und ConocoPhillips , die beide mit „Overweight“ eingestuft werden, da sie seiner Meinung nach ein besseres Risiko-Ertragsverhältnis aufweisen würden. (awp/mc/ab)

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